Erstellt am 03. November 2015, 18:44

von Ingrid Vogl

Unendliche Geschichte geht zu Ende. Seit über 20 Jahren wünschen sich die Bürger von Windpassing und Pyburg eine Umfahrung der B123. Nun werden sie erlöst.

Landeshauptmann Erwin Pröll nahm den Spatenstich gemeinsam mit den Bürgermeistern Alfred Buchberger (Ennsdorf) und Rudolf Divinzenz (St. Pantaleon-Erla) sowie Straßenbaudirektor Josef Decker vor.  |  NOEN, Fuchs
„Das ist ein ganz besonderer Tag für unsere Gemeinden Ennsdorf und St. Pantaleon-Erla. Ein Tag, auf den wir uns lange gefreut haben“, eröffnete Ennsdorfs Bürgermeister Alfred Buchberger am Dienstagnachmittag die Spatenstichfeier. Es war ein Moment, den die leidgeprüften Anrainer der B123 seit zwei Jahrzehnten förmlich herbeigesehnt hatten. 14.000 Fahrzeuge, darunter 20 Prozent LKW-Anteil, rollen tagtäglich durch die Ortsteile Windpassing und Pyburg. Lärm und Feinstaubbelastung inklusive.

Mit insgesamt zehn Straßenblockaden versuchten die Anrainer im Laufe der Jahre auf ihre unerträgliche Situation aufmerksam zu machen. Anfang 2013 glaubte man sich dann bereits am Ziel. Das Projekt wurde ausgeschrieben, musste vom Land aber wieder gestoppt werden. Der nächste Rückschlag folgte im November 2014. Der Verwaltungsgerichtshof hob den Straßenbaubewilligungsbescheid aufgrund eines Einspruches wegen Verfahrensmängeln auf. Seit Dienstag hat man nun Gewissheit: Die Umfahrung wird gebaut.

„Ich freue mich jetzt schon, wenn wir im 17er-Jahr wieder zusammenkommen und das Teilstück seiner Bestimmung übergeben können“, kündigte Landeshauptmann Erwin Pröll die Fertigstellung der zweieinhalb Kilometer langen Umfahrung für Mitte 2017 an.

Seitdem die Umfahrung im Gespräch ist, wurden bereits vier NÖ Straßenbaudirektoren verbraucht. „Ich bin zuversichtlich, dass in den nächsten Wochen die Bagger rollen werden und ich hoffe, ich werde es noch aktiv erleben, dass wir mit der Straße fertig sind“, scherzte daher Josef Decker, der aktuelle Straßenbaudirektor.

Scherze über lange Verfahrensdauer

Auch Landeshauptmann Erwin Pröll sprach im Festzelt, an dem der Verkehr auf der B123 lautstark vorbeirollte, von einer „historischen Stunde“. Schließlich begleitet ihn das Projekt Umfahrung Windpassing-Pyburg seitdem er im Amt ist. „Ich werde oft gefragt, was mit meinen Haaren passiert ist. Da kann ich sagen, geht nach Pyburg und Windpassing, dann wisst ihr, wo sie sind“, spielte Pröll auf die lange Verfahrensdauer an. Und er fügte hinzu, dass es – egal auf welcher Ebene – kein zweites Projekt gibt, das eine derart lange Vorarbeit notwendig gemacht habe.

Die rund 2,5 Kilometer lange Umfahrungsstraße wird zweispurig mit einer Fahrbahnbreite von 8,5 Metern ausgeführt und wird rund 14 Millionen Euro kosten. Im Ortsgebiet soll durch die Umfahrung eine Verkehrsentlastung von 80 Prozent erreicht werden. Im Ortsgebiet wird es ein LKW-Fahrverbot geben.
 

Mehr über die Spatenstichfeier lesen Sie in der nächsten Printausgabe der Haager NÖN.