Erstellt am 30. Oktober 2015, 11:22

von Sabine Hummer

Verschollene Baubewilligung rettet Vereinsbad der „Pinguine“. Vereinsbad in Hainbuch drohte Ende. Mit Hilfe der Behörden wird nach einer langfristigen Lösung für den Bestand des Badebetriebes gesucht.

Die 1963 ausgestellte Baubewilligung „rettet“ das Pinguin-Bad, worüber sich Bürgermeister Manfred Schimpl und „Club Pinguin“-Obmann Ernst Mayrhofer sehr freuen. Ohne ihr Auftauchen, wäre ein Umbau nach neuen Anforderungen nicht finanzierbar. Foto: Hummer  |  NOEN, Hummer

Liebevoll bis ins letzte Detail haben die rund 450 Mitglieder des „Clubs Pinguin“ um Obmann Ernst Mayrhofer das ehemalige Kraftwerksbad der Ennskraftwerke in Hainbuch gestaltet. Und das Bad wird von einigen Hartgesottenen sogar noch jetzt bei diesen kühlen Oktobertemperaturen zum täglichen Schwimmgelage genutzt.

„Das Wasser hat derzeit 19 Grad“, erklärt der Obmann ein System, das bei Schwimmbädern nicht alltäglich ist. Denn das Trinkwasser aus der Au, das zur Kühlung der Kraftwerksgeneratoren verwendet und dabei auf 24 Grad erwärmt wird, läuft durch das Schwimmbecken. Einmal am Tag wird dadurch ein kompletter Wasseraustausch vollzogen.

„Der springende Punkt ist die Wasseraufbereitung“

Diese ungewöhnliche Anlage war jedoch ein Stein des Anstoßes für die Bäderbehörde. „Problem war, dass das 1964 errichtete Bad nicht nach dem Bäderhygienegesetz aus dem Jahr 1976 überprüft ist und auch baurechtlich nicht genehmigt war, zumindest lag kein Bescheid vor“, erklärt Bürgermeister Manfred Schimpl.

Da das Werksbad früher nur von Firmenangehörigen benutzt wurde, war das damals kein Problem. Weil es jetzt aber der Club Pinguin betreibt, gelten dafür die gleichen Regeln wie für ein öffentliches Bad.

„Der springende Punkt ist die Wasseraufbereitung, die in diesem Bad natürlich nicht vorhanden ist“, erklärt der Ortschef. „Wenn für das Clubbad die selben Auflagen wie für ein öffentliches Bad gelten, wären teure Umbauarbeiten wie für einen Neubau nötig, der für einen Verein nicht tragbar wäre“, führt Schimpl aus.

„Uns ist ein großer Stein vom Herzen gefallen“

Deshalb machte er sich im Sommer mit dem Gemeindeamtsteam auf die Suche nach einer Baubewilligung des Kraftwerksbades und wurde tatsächlich fündig. Eine Baubewilligung aus dem Dezember 1963 erklärt das Pinguin-Bad zum Altbestand, der somit adaptierungsfähig ist.

„Uns ist ein großer Stein vom Herzen gefallen“, bedankt sich Pinguin-Obmann Ernst Mayrhofer. „Denn von allen Seiten, auch von den Behörden und den Ennskraftwerken, gibt es große Bemühungen, das Bad zu erhalten.“

Mit der Bezirkshauptmannschaft wurde vereinbart, eine Chlorierungsanlage in Betrieb zu nehmen, die in ein bestehendes Gebäude integriert werden soll. „Mithilfe der Behörde wollen wir das Bad auf einen aktuellen rechtlichen Stand bringen. Damit sollte einem ungestörten Badebetrieb im nächsten Jahr nichts mehr im Wege stehen“, ist auch Bürgermeister Manfred Schimpl zufrieden.