Erstellt am 24. Dezember 2015, 04:23

von Wolfgang Kapf

Vier „Weihnachtsbabys“ für Domberger. Die Amstettner Hebamme Elisabeth Domberger war während ihrer 25-jährigen Tätigkeit bei vier Geburten in der Nacht vom 24. auf 25. Dezember dabei.

Hebamme Elisabeth Domberger vom Landesklinikum Amstetten brachte es bereits auf vier Geburten in der sogenannten »Heiligen Nacht«. Foto: Kapf  |  NOEN, Kapf

„Jede Geburt ist etwas Besonderes – aber eine Geburt in der Heiligen Nacht ist halt schon etwas ganz Besonderes!“, erklärt Elisabeth Domberger.

Seit 5. März 1992 ist die 48-jährige Hebamme im Landklinikum Amstetten. Im Laufe ihrer 25 Dienstjahre begleitete sie über 1.700 Geburten. Vier davon in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember.

„Das ist ja eine riesige Bescherung!“

„Die weihnachtsfestliche Stimmung im Krankenhaus ist in diesen Stunden besonders wahrnehmbar: Am Gang steht ein geschmückter Weihnachtsbaum und im Tagraum liegt ein Adventkranz mit bereits vier angezündeten Kerzen. In den Tannenduft mischt sich der – übrigens Wehen fördernde – Duft von Nelken und Zimt von der Zubereitung des alkoholfreien Weihnachtspunsches.

„Weihnachtsdienst“ hatte die Amstettner Hebamme zum ersten Mal 1992: „Kurz nach 19 Uhr bekamen wir eine ‚Außengeburt‘ – es war eine Entbindung im Rettungswagen. Wenig später kam eine hochschwangere Frau mit ‚guten Wehen‘, bei der der Gynäkologe Peter Diridl die Geburt bereits eingeleitet hatte, ins Kreisszimmer. Um 1.43 Uhr war es schließlich soweit: Die Frau brachte einen gesunden Buben zur Welt – und zwar einen ‚kleinen Riesen‘: Er war 57 cm groß, hatte einen Kopfumfang von 38 cm und wog, 5,08 kg! Als die Mutter ihn sah, sagte sie ‚Das ist ja eine riesige Bescherung!‘ – und da mussten wir natürlich alle lachen!“

In dieser Nacht kamen Hebamme, OP-Schwestern und Ärzte nur kurz zum Feiern: Nach der „Riesen-Geburt“ setzten sie sich bei Bäckereien und Nudelauflauf zusammen.

Sogar ein paar Weihnachtslieder wurden stimmungsvoll mit Gitarrenbegleitung gesungen. Zuletzt erklang natürlich der Song „Ihr Kinderlein kommet!“ „Denn das ist die inoffizielle „Hebammen-Hymne“, verrät Domberger. „Nur ein paar Minuten später läutete es und die nächste Frau in Wehen stand vor der Tür. Sie brachte dann um 5.35 Uhr ein Mädchen auf die Welt.“

Seit 2010 übernimmt türkischstämmige Kollegin

Ihren zweiten „Weihnachtsdienst“ trat Domberger am 24.12.1995 um 18.45 Uhr an. Und auch in dieser Nacht durfte sie sich über zwei „Weihnachtsbabys“ freuen.

„Zum Unterschied vom 92er-Jahr musste ich dieses Mal nicht mehr allein Dienst machen, sondern – wie seit Anfang 1995 üblich – gemeinsam mit einer zweiten Hebamme, im konkreten mit meiner Kollegin Martina Schafelner.“

Die erste Geburt ließ nicht lange auf sich warten: Um 20.49 Uhr wurde ein Mädchen entbunden. Dann hatte das „Geburten-Team“ etwas Zeit zum Weihnachten feiern. Knapp vor Dienstende – um 6.14 Uhr – wurde dann noch ein Bub geboren.

Seit 2010 wird übrigens nur mehr eine österreichische Hebamme im Klinikum Amstetten zum „Weihnachtsdienst“ eingeteilt, denn die türkischstämmige Hebamme Hacan Percin hat sich damals bereit erklärt, diesen Dienst jedes Jahr freiwillig zu übernehmen, da sie ja als Muslimin das Weihnachtsfest nicht feiert.