Erstellt am 05. Februar 2016, 04:58

von Leopold Kogler

Viertelsfestival: 70 Künstler – 70 Kulturen. Wilfried Leitner erarbeitete mit der Kunst-Initiative-Amstetten ein zweiteiliges Projekt mit dem Arbeitstitel „weggehen – ankommen – wo bleiben?“

Wilfried Leitners »Fliehkraft«-Einwandererporträts werden von 70 Künstlern aus dem ganzen Mostviertel erstellt. Foto: privat  |  NOEN, privat
Dieses Jahr macht das Viertelfestival Niederösterreich wieder Station im Mostviertel. Viele Projekte wurden zum Festivalmotto „Fliehkraft“ eingereicht.

Mobilität jedes Einzelnen als Thema

Ein spezielles Konzept sorgte schon vor dem großen Flüchtlingsthema für Diskussionsstoff. Wer hätte es für möglich gehalten, dass in Amstetten Menschen mit 70 verschiedenen Nationalitäten leben. Das von Wilfried Leitner und der Kunst-Initiative-Amstetten eingereichte Projekt „weggehen – ankommen – wo bleiben?“ überzeugte die Festivaljury und diese schlug es zur Realisierung vor.

Dieses spannende Projekt thematisiert die Mobilität jedes Einzelnen, Migration, Kriegsflucht und gibt zudem Einblicke in die vielen anderen Gründe des „Fliehens“.

„Internationales Amstetten“ im Fokus

Das Konzept sieht zwei Handlungsstränge vor. Der erste Teil thematisiert in einer audio-visuellen Auseinandersetzung Gesichter und Geschichten. Diese sollen sichtbar gemacht werden. 70 Künstler des Mostviertels portraitieren Einwanderer aus den 70 verschiedenen Nationen, die derzeit in Amstetten leben.

Es soll die „Buntheit und Vielfalt“ mittels Bild und Ton beleuchtet werden. Die Arbeiten in den verschiedensten Techniken werden in einer Ausstellung im Rathaus präsentiert.

Das hoch brisante Thema findet auch in einer zweiten Schiene im Außenraum statt. Im Kontrast zur Emotionalität der Ausstellung werden rund zwanzig Displays, die im Stadtzentrum fix installiert sind, gestaltet. Dabei soll das „Internationale Amstetten“ in den Blickpunkt gerückt werden.

Anhand von Lebensgeschichten der Einwanderer und Bildern aus deren Herkunftsländern soll ein Hauch „Welt“ nach Amstetten geholt werden, so wie ihn die Menschen mitbringen, die hier sesshaft geworden sind.