Weistrach

Erstellt am 23. Mai 2017, 05:06

von Hermann Knapp

Rock The Sissi! Neues Eldorado für die Kletterer. Sanierte Elisabethwarte soll Wanderer in die Region locken und auch mehr Nächtigungsgäste.

Für die Kletterer ist die Elisabethwarte ein neues Eldorado im Mostviertel. Foto: Doris König  |  Doris König

„5.000 bis 10.000 Besucherinnen des Plattenberges sind unser Ziel und auch eine Steigerung der Nächtigungen in der Region“, sagt Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer. Möglich machen soll diesen touristischen Aufschwung die neu renovierte Elisabethwarte.

„Sie ist ein Ausflugsziel mit Kultur, Action und Ausblick. Wer sie erklimmt, hat eine wunderbare Sicht auf das Mostviertel“, schwärmt Hinterholzer. Eröffnet wurde die Warte im Jahr 1900. Ihren Namen bekam sie natürlich im Gedenken an Kaiserin Elisabeth, die 1899 ermordet worden war.

Im Jahr 2014 wurde die Warte gesperrt

Aufgrund seines schlechten baulichen Zustandes musste der Aussichtsturm im Jahr 2014 gesperrt werden. Der Alpenverein St. Peter hatte nicht die nötigen Mittel für die Sanierung. Weistrachs Bürgermeister Erwin Pittersberger war sehr an der Erhaltung der Warte, die ja das geheime Wahrzeichen seiner Gemeinde ist, interessiert. „Die Kostenschätzungen zeigten uns aber rasch, dass auch wir dieses Projekt nicht alleine stemmen konnten“, berichtet der Ortschef.

Für die Kletterer ist die Elisabethwarte ein neues Eldorado im Mostviertel. Foto: Doris König  |  Doris König

Dann kam der Obmann des Alpenvereins St. Peter, Hermann Sonnleitner, auf die Idee, doch bei der Moststraße anzuklopfen, ob das Vorhaben vielleicht förderungswürdig sei. „Ich dachte, das Gespräch dauere vielleicht eine halbe Stunde. Es wurde dann aber ein ganzer Vormittag daraus und als ich wieder ging, hatten wir in Grundzügen ein Leaderprojekt entwickelt“, berichtet der Alpenvereinsobmann.

Und so verwandelten die Moststraße, die Gemeinden Weistrach und St. Peter und der Alpenverein sich in den Prinz, der die Warte aus ihrem Dornröschenschlaf wachküsste. „Auch wenn sie nicht auf unserem Gebiet steht, ist uns die Warte natürlich als Ausflugsziel ein Anliegen“, sagt St. Peters Bürgermeister Johannes Heuras.

Inzwischen erstrahlt der Turm im neuen Glanz. Rund 150.000 Euro wurden investiert. Vor allem musste der brüchige Kranz auf der Turmspitze durch neue Betonelemente ersetzt werden. Dabei galt es aber das Erscheinungsbild der Warte zu wahren, was auch perfekt gelungen ist.

Freuen sich auf die Eröffnung der Elisbethwarte: (stehend v.l.): Christian Haberhauer (Moststraße), Birgit Weichinger (NÖ.Regional.GmbH), Bürgermeister Erwin Pittersberger, Gastwirtin Lydia Maderthaner, Moststraßenobfrau Michaela Hinterholzer, Bürgermeister Johannes Heuras, Gerti Kronsteiner (Urlaub am Bauernhof); (vorne v.l.) Alpenvereinsobmann Hermann Sonnleitner, Topkletterer Robert Roithinger und Rainer Aichinger von der Firma e-Mobility.  |  Knapp

Verwirklicht wurde auch die Idee, den Turm unter dem Motto „Rock the Sissi“, auf drei Seiten bekletterbar zu machen. Rund 3.000 Gewindemuffen hat der Alpenverein zu diesem Zweck in stundenlanger Arbeit im Mauerwerk des 18,5 Meter (15 Meter bis zur Plattform) hohen Gebäudes verankert.

Touristische Angebote rund um die Warte

Schon während der Sanierungsarbeiten wurde auch an einem Marketingkonzept getüftelt. Und das spricht die unterschiedlichsten Gruppen an: Natürlich gibt es verschiedene Angebotspakete für Kletterer samt Kletterkursen mit Top-Kletterer Robert Roithinger. Außerdem kann auch nach Lust und Laune alleine geklettert werden.

Für Radler werden ab Weistrach E-Bikes angeboten, mit denen man zur Warte fahren kann, auch eine Tour mit einem E-Guide ist möglich. Und wer sich gerne kulinarisch in die Zeit der Kaiserin zurückversetzen möchte, der kann das bei einem Schau-Kochkurs „Sissi Küchengeheimnisse“ mit Gastwirtin Lydia Maderthaner im malerischen Vierkanthof „Rabenlehen“ tun.

Eröffnet wird die Elisabeth-Warte am Sonntag, 11. Juni, mit einem Fest.