Erstellt am 02. Februar 2016, 15:50

von Sabine Hummer

Wird Swingerclub ein Flüchtlingsheim?. Swingerclub im Ramingtalerhof soll geschlossen werden. Gegenüber der Mädchenschule in Kleinraming könnten nun bald 60 Asylwerber einziehen. Protestaktionen der Gemeinden laufen.

Der Besitzer des Ramingtalerhofes will diesen verkaufen. Im Raum steht, dass darin bis zu 60 Flüchtlinge einquartiert werden.  |  NOEN, Sabine Hummer
Die Alarmglocken bei den Bürgern im Drei-Gemeinden-Ort Kleinraming (gehört zu Behamberg und St. Peter/Au in NÖ und Ulrich/Steyr in OÖ) läuten Sturm. Grund ist der Ramingtalerhof auf Behamberger Seite des Bundesländerübergreifenden Dorfes.

Schon vor einigen Jahren stand das ehemalige Gasthaus im Kreuzfeuer der Kritik, als hier ein Swingerclub eingerichtet wurde. „Nun wäre dieses Etablissement vielen Bürgern, die damals protestiert haben, lieber“, sagt Behambergs Bürgermeister Karl Josef Stegh. Denn die Gerüchteküche brodelt: Es wird gemunkelt, dass der Besitzer des Ramingtalerhofes – ein in Steyr wohnhafter Pensionist – hier ein Wohnheim für Asylwerber einrichten will.

Mehrere Gespräche mit Besitzer

Das bestätigt nun auch Bürgermeister Stegh gegenüber der NÖN. „Wir hatten bereits mehrere Gespräche mit dem Besitzer, der den Mietvertrag mit dem Pächter des Swingerclubs gekündigt haben soll. Auch der Zuständige des Landes NÖ war bereits vor Ort und hat sich das Lokal angesehen. Bis zu 60 Personen könnten hier untergebracht werden“, informiert der Ortschef, der sich nun gemeinsam mit allen politischen Fraktionen aus Behamberg, Bürgermeisterin Annemarie Wolfsjäger aus St. Ulrich/Steyr sowie der Direktorin der Fachschule Kleinraming, Siegrid Wörfel, zusammengeschlossen hat, um dieses Vorhaben zu verhindern.

„Es wäre voll und ganz gegen unserer Linie, Flüchtlinge in kleinen, überschaubaren und gut betreuten Einheiten unterzubringen, mit der wir sehr gut fahren“, betont Stegh. Außerdem befindet sich schräg gegenüber des Ramingtalerhofes, aber auf oberösterreichischer Seite, die Landwirtschaftliche Fachschule Kleinraming, die aktuell von 224 Mädchen besucht wird. „Wir wollen den Asylwerbern nicht unterstellen, potenzielle Sexualverbrecher zu sein. Dennoch gibt das ein mulmiges Gefühl und viele Eltern könnten davon Abstand nehmen, ihre Töchter in diese Schule zu schicken“, gibt Bürgermeister Stegh zu bedenken.

Kontakt zu LH Pröll aufgenommen

Er hat nun Kontakt mit Landeshauptmann Erwin Pröll aufgenommen und alle Gründe, die gegen die Einrichtung eines Asylwerber-Großquartieres sprechen, in einem Brief zusammengefasst. „Wir hoffen, dass wir damit Gehör finden“, bereiten die Gemeindeverantwortlichen allerdings noch andere Protestaktionen vor.
Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Bürger aus Kleinraming besteht allerdings noch: Der Besitzer hat den Ramingtalerhof außerdem über eine Internetplattform zum Verkauf angemeldet.

Scheinbar gibt es einen Interessenten aus dem Mühlviertel, der an diesem Standort einen Mostheurigen eröffnen will. „Wir hoffen, dass sich alles in diese Richtung entwickelt“, sagt Bürgermeister Stegh. In zwei Wochen könnte das endgültige Schicksal des Ramingtalerhofes feststehen.

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