Erstellt am 28. Oktober 2015, 04:47

von Daniela Führer und Karl Fuchs

Zukunft für Ortskernprojekt in St. Pantaleon noch ungewiss. Erste Arbeitskreissitzung: 40 Teilnehmer erarbeiteten Stärken und Schwächen des Ortskernes St. Pantaleon für Gemeinde21-Projekt. Über Beitritt zum Programm wird aber erst entschieden.

Irene Kerschbaumer, NÖ Dorferneuerung (l.), erklärte die Ziele und Nutzen der Gemeinde21. Diese soll neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Bürger finden. Martina Schmolz (r.) erläuterte das Meinungsergebnis ihrer Arbeitsgruppe. Foto: Karl Fuchs  |  NOEN, Karl Fuchs

Ein so großer Andrang, wie bei der Gemeinde21-Auftaktveranstaltung Anfang Oktober mit über 150 Teilnehmern, herrschte bei der ersten Gemeinde21-Arbeitskreissitzung zur Ortskernentwicklung am letzten Mittwoch im Gasthaus Winklehner zwar nicht, dennoch sieht VP-Bürgermeister Rudolf Divinzenz die Beteiligung von knapp 40 Teilnehmern als sehr positiv: „Es waren auch Vertreter aller Parteien und viele Vereinsmitglieder dabei.“

Bei der Auftaktveranstaltung war es in erster Linie die in der Tagesordnung verankerte Präsentation eines Ortsentwicklungskonzeptes der FPÖ, die so viele anlockte. Der Punkt entfiel jedoch. Ohne Grundsatzbeschluss des Gemeinderates für das Projekt wollte FPÖ-Obmann Hans Schlögelhofer dieses nicht vorstellen ( die NÖN hatte berichtet).

Bestandsanalyse zeigt Stärken und Schwächen

Bei der Arbeitskreissitzung am Mittwoch war das FPÖ-Konzept auch kein Thema, dafür erarbeiteten die Teilnehmer in fünf Arbeitsgruppen eine Bestandsanalyse der Stärken und Schwächen des St. Pantaleoner Ortskernes.

Es herrschte ein gutes Arbeitsklima, wenngleich bei manchen Ideen unterschiedliche Meinungen aufeinander prallten. Dies vor allem bei den Themen Veranstaltungshalle, Feuerwehr, Bauhof, Nahversorger, Kindergarten und Gemeindeamt.

Nach eineinhalb Arbeitsstunden wurde das Ergebnis der Arbeitsgruppen präsentiert. „Es kam bei allen in etwa dasselbe raus, beispielsweise, dass ein Angebot für die Jugend fehlt“, berichtet Divinzenz. Das unbelebte Zentrum, ungenutzte Flächen, der Arzt im ersten Stock oder ein fehlender Veranstaltungsraum wurden etwa als Schwächen hervorgehoben.

„Mit Beitritt kommen wir auf keinen grünen Zweig“

All diese Ergebnisse werden nun in einem Protokoll festgehalten. Dieses bildet die Grundlage für eine Weiterarbeit. Die Gemeinde21-Betreuer formen daraus ein Bild für ein mögliches Ortsentwicklungskonzept.

Wenngleich das Projekt weiter fortschreitet, so ist aber noch nicht fix, dass die Gemeinde St. Pantaleon-Erla am Bürgerbeteiligungsprojekt Gemeinde21 überhaupt teilnimmt. Der Gemeinderatsbeschluss dazu fehlt noch. „Man kann aber ein Projekt vorziehen, und das haben wir mit diesem gemacht“, erklärt Divinzenz. Im Dezember bei der nächsten Gemeinderatssitzung wird die Entscheidung über einen Gemeinde21-Beitritt gefällt.

Wie diese ausfällt, ist noch keinesfalls klar. „Wir sind gegen einen Beitritt zur Gemeinde21, denn so kommen wir nicht auf einen grünen Zweig“, erklärt FPÖ-Parteiobmann Schlögelhofer. Das Gemeinde21-Konzept mit externer Betreuung hält er für „zu langwierig und nicht durchführbar“. Auch die SPÖ sieht die Notwendigkeit kritisch.