Erstellt am 05. Oktober 2015, 15:42

von Claudia Stöcklöcker

22-Jähriger Herzogenburger leugnet Raub. Rumäne gesteht Überfall in einer Billa-Filiale und eine Messer-Attacke auf Frau nicht, Einbrüche gibt er dann zu. Schwer belastete ihn bei polizeilicher Einvernahme ein Komplize.

NÖN

„Die Jacke hatte er hochgezogen, eine Kapuze auf, man hat nur die Augen gesehen. In der Hand hatte er eine schwarze Waffe. ,Geld!‘, hat er gefordert, ich habe ,Nein!‘ gesagt. Da ist er weg“, erzählt eine Kassierin eines Einkaufsmarktes vorm Richter. Auf der Anklagebank sitzt der mutmaßliche Räuber, ein 22-Jähriger aus Herzogenburg.

Nicht nur der gescheiterte Coup - heuer im Februar bei der Billa-Filiale beim Bahnhof in St. Pölten - wird dem Rumänen vorgeworfen. In Herzogenburg soll er davor im Jänner bei einer Bushaltestelle einer Frau die Handtasche geraubt haben. „Er hat mir dabei ein Messer gegen den Kopf gehalten, sein Gesicht habe ich nicht gesehen“, berichtet dieses Opfer im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Angeklagter: „Das gibt es nur in Filmen“

Geständig zu den Überfällen ist der mehrfach Vorbestrafte nicht. „Woher sollte ich eine Waffe haben? So etwas gibt’s doch nur in amerikanischen Filmen!“, sagt er. Weshalb er nach Österreich gekommen ist? „Ich hab’ mir gedacht, hier wäre alles viel leichter.“

In den Verdacht, ein Räuber zu sein, geriet der 22-Jährige, als Polizisten den im Prozess mitangeklagten Landsmann (22) wegen anderer krimineller Aktivitäten einvernahmen.

Da ging es um Einbrüche in Herzogenburg und Oberndorf in ein Fitnessstudio, den Pennymarkt und einen Imbissstand, die die beide Angeklagte, teils gemeinsam, heuer im Frühjahr begangen haben sollen.

Nun im Prozess erklärt der Zweitangeklagte: Da wurde im Protokoll etwas niedergeschrieben, was ich nicht gesagt habe“, erklärt er.

Ein Ermittler schließt das aus: „Wir haben vier Einvernahmen mit ihm geführt, das Protokoll immer rückübersetzt, bevor er es unterschrieben hat.“

Und zu den Einbrüchen sagt einer der Rumänen: „Bei einem Lager habe ich eine Plexiglasscheibe eingeschlagen, durch das Loch bin ich dann hinein, hab’ Red Bull gestohlen, mehr konnte ich nicht tragen.“

Warum er dort eingestiegen ist? „Ich hab’ halt das Plexiglas gesehen“, erklärt er. „Und da kam es über Sie wie der Heilige Geist“, setzt Richter Markus Grünberger fort.

Auch Fahrräder wechselten den Besitzer - im Kellerabteil eines St. Pöltner Wohnhauses.

Der Prozess wird auf unbestimmte Zeit vertagt, eine Zeugin soll noch ausgeforscht und das Video einer Überwachungskamera beigeschafft werden.