Erstellt am 04. April 2016, 11:59

von Hans Kopitz

98 Räder verkauft. "Drahtesel" gingen bei Börse weg wie warme Semmeln. Nun werden Personen gesucht, die mit Flüchtlingen das Fahren trainieren.

Nicht nur Erwachsene, auch Kinder wie Benjamin Krisa, Astrid Kiesl, Moritz Helm, Andreas Gerstbauer, René Angerer und Florian Kiesl (von links), schauten sich bei der Radbörse um, ob etwas für sie dabei ist.  |  NOEN, Kopitz

Die Radbörse der Grünen im Zeichen der Flüchtlingshilfe, die vergangenen Samstag wieder im Garten des Reitherhauses über die Bühne ging, war sehr erfolgreich: 98 Räder wurden verkauft.

„Ein großes Danke geht an die Hilfsbereitschaft vieler Besucher, denn weitere 13 Fahrräder und Teile der Verkaufserlöse wurden für Flüchtlinge gespendet. Die Räder sind von Rio Mäuerle gecheckt und gewartet worden. Er hat sich beim Reparieren sehr ins Zeug gelegt und ist extra mit seinem Lastenfahrrad und Werkzeug aus Salzburg angereist.

Zehn Räder sind bereits an die Flüchtlinge der Grundversorgung und die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge bei Biomin übergeben worden. Die Freude war riesig. Die restlichen Räder werden Anfang der Woche mit Rio Mäuerle, Karl Nutz und dem Flüchtling Kasim repariert. Wir werden mit dem Spendenerlös auch eine Grundausstattung an Werkzeug und Ersatzteilen anschaffen, die den Flüchtlingen dann zur Verfügung stehen“, freuen sich Grünen-Chef Franz Gerstbauer und sein Team.

Sie suchen ab sofort noch dringend Freiwillige, die mit den Flüchtlingen das Radfahren im öffentlichen Verkehr trainieren. Einfach bei SLC Asylcare Herzogenburg, 0664/882241434, oder bei Stadtrat Franz Gerstbauer, 0688/8620613, melden. Gebraucht werden auch Erwachsenen-Fahrradhelme.

Behzad, einer der jungen Flüchtlinge, war besonders stolz auf sein erstandenes Rad. Dieses wollte ihm eigentlich der ehemalige Vizebürgermeister Franz Schneider sponsern, denn Behzad ist - genau so wie Schneider - ein begeisterter Tischtennisspieler und geht immer den weiten Weg zur Halle zu Fuß. Aber er sagte: „Und wenn ich noch so lange sparen muss, aber ich möchte mir dieses Rad selbst kaufen.“ Behzad hat seine Heimat, aber nicht seinen Stolz verloren.