Erstellt am 09. September 2015, 14:52

von Birgit Kindler

Alle unter einem Dach. Individuelle Wohnungen und gemeinsame Räume sowie eine große Außenfläche stehen 51 Erwachsenen und 29 Kindern in Landersdorf zur Verfügung.

Auch Lena und ihre Mutter Johanna Schörkhuber (Mitte) freuten sich über die neue Wohnung. Mit im Bild: Marek Jurkiewicz, Martin Michalitsch, Gottfried Krammel und Stefan Haertl (von links).  |  NOEN

"Wir sind viel normaler als manche glauben, ihr müsst uns nur kennenlernen“, meinte Hemma Rüggen vom Verein „Cohousing Pomali“ bei der Wohnungsübergabe in Landersdorf schmunzelnd.

In dem kleinen Ort gibt es ein Gemeinschaftswohnprojekt, bei dem 51 Erwachsene und 29 Kinder unter einem Dach wohnen. Neben individuellen Wohneinheiten stehen den Bewohnern auch eine Gemeinschaftswohnfläche von 600 Quadratmetern sowie 10.000 Quadratmeter Außenwohnfläche zur Verfügung. „Ziel dieses gemeinschaftlichen Wohnens ist es, gute Beziehungen untereinander zu pflegen und möglichst ökologisch, nachhaltig und in Vielfalt zu leben“, erklärte Rüggen die Regeln von „Pomali“.

Das Projekt kostete sieben Millionen Euro

Umgesetzt wurde dieses Gemeinschaftswohnprojekt gemeinsam mit der Wohn- und Siedlungsgesellschaft „Heimat Österreich“. „Nach nur sechs Monaten Bauzeit konnten wir nun die zwölf Wohneinheiten des zweiten Bauteils an die Bewohner übergeben“, freute sich Stefan Haertl, Projektleiter der „Heimat Österreich“. Insgesamt kostete der Bau sieben Millionen Euro. Haertl betonte, dass es sich um ein Vorzeigeprojekt handelt: „Es geht um die Gemeinschaft und die Menschen“, so Haertl. Besonders freute alle Beteiligten, dass bereits jetzt schon alle Wohnungen vergeben sind, denn vor zwei Jahren hätte man noch nicht geglaubt, dass alle Wohnungen voll werden würden.

Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch bedankte sich „für den Impuls, den sie der Gemeinde geben.“ Bürgermeister Gottfried Krammel wünschte den Bewohnern, dass sie sich wohlfühlen. Pfarrer Marek Jurkiewicz segnete die Wohnungen, „aber vor allem die Menschen, die darin wohnen.“

Hemma Rüggen wies abschließend auf die Bedeutung des Projektes hin: „Im Schnitt wird nur rund eines von zehn geplanten Gemeinschaftswohnprojekten tatsächlich umgesetzt. Dass ,Pomali‘ realisiert werden konnte, ist besonders auf das Wohlwollen der Gemeinde Wölbling und die Offenheit des Bauträgers ,Heimat Österreich‘ zurückzuführen.“

Ebenfalls wurde erwähnt, dass der Waldkindergarten in Wölbling vom Land NÖ offiziell als Betreuungsstätte anerkannt wurde. „Neun Kinder von ,Pomali‘ werden diesen Waldkindergarten besuchen, der von einer ,Pomali‘-Bewohnerin initiiert wurde“, so Rüggen.