Herzogenburg

Erstellt am 17. Oktober 2016, 12:09

von Hans Kopitz

Preis: Zeitlhuber hat „vorbildlich gebaut“. Herzogenburger Architekt adapierte das Obergeschoß im Wielandsthaler Kellerschlössel für Wohnzwecke, ohne die Raumschale zu verändern.

Architekt Richard Zeitlhuber ist mit einem weiteren Preis ausgezeichnet worden.  |  Hans Kopitz

Landeshauptmann-Stellvertreterin Johanna Mikl-Leitner hat im Rahmen einer Feierstunde Architekten Richard Zeitlhuber die begehrte Auszeichnung „Vorbildlicher Bau“ für die Errichtung einer Wohneinheit im Wielandsthaler Kellerschlössel überreicht.

Die Bauaufgabe bestand darin, das seit der Entstehungszeit um 1730 unveränderte Obergeschoß für moderne Wohnzwecke zu adaptieren, wobei die historische Raumschale nicht verändert werden durfte und etwaige bauliche Eingriffe reversibel zu gestalten waren: „Heutiges Wohnen im Denkmal“ war das Ziel.

Das Kellerschlössel war ursprünglich nur für einen Sommerbetrieb ausgelegt - und so gestaltete sich der Umbau nicht ohne technische Hürden. Da die Tramdecke über dem Erdgeschoss der Belastung von neuen nötigen Zwischenwänden nicht standgehalten hätte, wurden diese auf Stahlträgern in 2,50 Metern Höhe über dem Fußboden aufgehängt.

„Wohnqualität der besonderen Art“

„Eine besondere Herausforderung war die Beleuchtung des 100 Quadratmeter großen Wohnraumes mit seiner einzigartigen bunten Stuckdecke“, erklärt Richard Zeitlhuber. Das Gestaltungskonzept versuche, eine harmonische Lösung zwischen „Alt“ und „Neu“ anzubieten, wobei die Einmaligkeit des Original-Zustandes in ihrem nun restaurierten Zustand zusammen mit der modernen Möblage eine Wohnqualität der besonderen Art ermöglicht. Zeitlhuber merkt in diesem Zusammenhang an, dass der Preis für die Wohnungsgestaltung verliehen worden sei - und nicht für die Außenrenovierung, die Baumeister Karl Müllner vom Diözesanbauamt erledigt hat.

Ein bauliches Juwel im Traisental ist das Wielandsthaler Kellerschlössl, das mitten in den Weinbergen liegt. Im Erdgeschoß befindet sich das Presshaus des Herzogenburger Stiftsweinguts - wo jetzt gerade Hochbetrieb herrscht -, das genauso so wie den Keller, der in den vergangenen Jahren komplett saniert und modernisiert wurde, seit 2009 Finanzminister Hans Jörg Schelling gepachtet hat. Im Obergeschoß residiert Augenarzt Wolfram Geyer.  |  NOEN, Hans Kopitz

Der heute noch bestehende barocke Keller in Wielandsthal wurde um 1725/30 von dem berühmten NÖ Baumeister Jakob Prandtauer errichtet. Darüber erhebt sich das 1739 von Josef Munggenast errichtete Kellerschlössel, dessen Erdgeschoß als Presshaus verwendet wurde und noch immer verwendet wird. Die Räume im ersten Stock, die jetzt der Herzogenburger Augenarzt Wolfram Geyer bewohnt, wurden mit Stuck von Anton Pöckh und Malerei von Thomas Mathiowitz ausgestaltet.