Erstellt am 31. Mai 2016, 05:04

von Claudia Stöcklöcker

Aus Geldnot ins Kriminal. Bei einem Glücksspielanbieter im Internet investierte ein 33-Jähriger sein Geld. Weil es dann an Barem mangelte, langte er bei seinem Arbeitgeber zu und fasste nun Strafe aus.

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„Finanziell schaut es bei mir sehr miserabel aus“, erzählt ein 33-Jähriger vorm Richter. Weil es eng war bei ihm im Geldbörsel, schlitterte der Traismaurer ins Kriminal und erleichterte binnen mehrerer Monate seinen Arbeitgeber um Paysafe-Wertbons im Wert von insgesamt 7.200 Euro.

Schwerer gewerbsmäßiger Diebstahl wird dem Familienvater nun vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Vorm Richter erzählt er von zigtausenden Euro Schulden für Handyverträge und Konsumgüter und dass er nun sein Geld bei einem Glücksspielanbieter im Internet in ein börsenähnliches Spiel investiert. „Da buche ich auf und bekomme dafür Nuggets“, erklärt er.

Reich wurde er damit bislang aber nicht. „Das klingt nach Betrug“, meint der Richter. Und wettert: „Sie müssen dringend lernen, wie man mit Geld umgeht, Ihre Situation ist existenzbedrohend.“

"Schaden will ich wieder gutmachen"

Kleinlaut bedauert der Angeklagte nun sein Vorgehen. „Es tut mir sehr leid, dass ich Vertrauen missbraucht habe. Ich möchte mich vielmals entschuldigen. Und den Schaden will ich wieder gutmachen“, sagt er.

Darauf der Richter: „Gut und schön, reicht aber nicht. Schauen Sie, dass Sie Ihre Lebensweise in den Griff bekommen.“ Für den bereits Vorbestraften setzt es zehn Monate bedingt.

„Ihre Tathandlungen lassen die Absicht erkennen, dass Sie vorhatten, diese Aktionen länger zu machen. Und eine Bewährungsstrafe bekommen Sie sicher das letzte Mal in Ihrem Leben“, begründet der Richter das Urteil. Bewährungshilfe soll den Angeklagten wieder auf den rechten Weg bringen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.