Erstellt am 01. März 2016, 09:49

von Claudia Stöcklöcker

Autofahrer packte Parksheriff am Arm. Streit um einen Strafzettel hatte Nachspiel vor Gericht. Für 55-Jährigen setzte es nun bedingte Strafe. Gegen Urteil berief er.

Unübersehbar an allen Einfahrtsstraßen angebracht: Die gesamte Innenstadt ist Kurzparkzone. Wer sich nicht daran hält, wird vom Aufsichtsorgan bestraft.  |  NOEN, Kopitz

Am Rathausplatz in Herzogenburg stellte ein 55-Jähriger sein Auto im Parkverbot ab und ging zur Bank.Als er zurückkam, schrieb ein Straßenaufsichtsorgan gerade einen Strafzettel. Gelegen kam das nicht. Der 55-Jährige soll in Rage geraten sein, nun sitzt er vorm Richter.

Am Oberarm soll der Mann, so der Vorwurf der Anklagebehörde, den Parksheriff gepackt und gezerrt, gerempelt und gestoßen haben, um zu verhindern, dass die Frau ihm einen Strafzettel ausstellt. Geständig dazu ist der 55-Jährige keineswegs.

„Ich bin zu ihr, habe sie gebeten, den Zettel zu vernichten, ich habe sie angebettelt“, erzählt er im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Alles Flehen war vergeblich, erweichen ließ sich das Straßenaufsichtsorgan nicht: „Sie hat mir erklärt, dass sie Anzeige erstatten wird.“

Parksheriff: „Die Leute streiten gerne mit mir“

Anders die Version des Parksheriffs. „Ich war gerade beim Schreiben, da hat er sich hineingesteigert. Der Mann hat gesagt, dass er kein Geld hat, wollte, dass ich das Organstrafmandat zurücknehme und hat mich an der Hand genommen. Ich hab’ ihm gesagt, dass er mich nicht angreifen darf. Dann hat er auf den Strafzettel gedeutet, mich wieder an der Hand genommen. Drei Mal ist das so gegangen. Dann ist er zu seinem Auto und hat geschimpft“, erzählt das Straßenaufsichtsorgan.

Und weiters: „Die Leute streiten sehr gerne mit mir.“

Der Richter folgt der Version des Opfers. „Sie sind wohl ein Hitzkopf“, sagt er zum Angeklagten und verurteilt den bislang Unbescholtenen wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt zu drei Monaten auf Bewährung.

Einverstanden ist der 55-Jährige damit nicht. Er legt sofort volle Berufung ein.