Erstellt am 24. Januar 2018, 05:20

von Alex Erber

VP-Gallier aus Traismauer sind an Bord. In Traismauer überlegte man offenen Wahlkampf-Boykott. Nach Schwenk ist wieder alles eitel Wonne.

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Ein in der NÖN veröffentlichtes Foto hat das Fass bei der VP Traismauer zum Überlaufen gebracht. Es zeigte VP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit SP-Bürgermeister (und Landtagskandidat) Herbert Pfeffer, mit dem die beiden Personen einerseits die gute Zusammenarbeit zwischen Land und Stadt betonen und andererseits bekunden, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft fortsetzen zu wollen.

Bezirksgeschäftsführer Adl: „Gab sehr gute Gespräche ohne Druckpunkte.“  |  NOEN

Die Kooperation auf vielfältiger Ebene ist derart gut, dass Mikl-Leitners Vorgänger Erwin Pröll mit der Ehrenbürgerwürde der traditionell sozialdemokratisch ausgerichteten Römerstadt ausgezeichnet wurde.

„Da hat es dann eine Phase gegeben, wo wir gesagt haben, wir machen im Wahlkampf überhaupt nichts“

„Da hat es dann eine Phase gegeben, wo wir gesagt haben, wir machen im Wahlkampf überhaupt nichts“, bestätigt VP-Stadtparteiobfrau und Stadträtin Veronika Haas. Man sei an all den „Frust“ und die „Enttäuschungen der vergangenen Jahre“ erinnert worden. Vom Ärger ausgenommen blieb nur Bezirksparteiobmann Landtagsabgeordneter Martin Michalitsch: „Er hat sich immer für uns eingesetzt.“

Haas bestätigt ein Schreiben, mit dem sich die Traismaurer VP zornig Luft verschafft hat. In der Folge zirkulierte dieses Schreiben zwischen Stadt-, Bezirks- und Landespartei. Hintergrund: Das Bild mit Mikl-Leitner und Pfeffer erschien praktisch gleichzeitig mit der Schließung der Eisenbahnkreuzung „Himmelreich“. Die VP Traismauer, allen voran der Bauernbund, hatte sich vehement für die Erhaltung eingesetzt, das Land und die Stadt haben gegen die von den ÖBB forcierte Schließung keinen Widerstand geleistet.

In Zwickmühle geraten

VP-Bezirksgeschäftsführer Matthias Adl weiß, dass die „grundsätzliche Bereitschaft, sich im Wahlkampf zu engagieren, von der VP Traismauer und speziell ihrer Stadtparteiobfrau immer da gewesen ist.“ Nach dem zwischenzeitigen Ärger habe es sehr gute Gespräche gegeben: „Es waren hier überhaupt keine Druckpunkte vorhanden.“

Niemand anderer als Adl kennt die Situation so gut, in der sich die Parteikollegen in der Römerstadt befinden. Er selbst befindet sich als St. Pöltner Vizebürgermeister in der Zwickmühle zwischen einem SP-Bürgermeister und den VP-Landesspitzen, die ein sehr gutes Einvernehmen haben.

VP-Gallier sind wieder an Bord

Vielleicht waren es dann diese „guten Gespräche“, die in Traismauer einen Schwenk bewirkt haben. Denn die VP-Gallier sind wieder an Bord. Am Freitag wurde fleißig „eingesackelt“. Stadträtin Haas: „Die Säckchen türmen sich mittlerweile.“ Danach ging es ans Verteilen zu den Haushalten. Denn die VP-NÖ hat sich ja im Wahlkampf ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Alle Haushalte im Land sollen besucht werden. Nicht auszudenken, wenn dieses Vorhaben an Traismauer gescheitert wäre . . .