Erstellt am 26. Dezember 2015, 10:23

von Hans Kopitz

Brillen für Afrika. Bisher sind 12.000 Sehbehelfe nach Nigeria gebracht worden. Anfang des kommenden Jahres wird nächste Reise erfolgen.

Birgit Prinz misst mit ihrem Kollegen Björn Alfons schon wieder fleißig die gebrauchten Brillen, die Kunden bringen, die sie nicht mehr benötigen. 12.000 brachte sie bereits im Rahmen des Brillenprojekts von Pfarrer Emeka Emeakaroha nach Nigeria.  |  NOEN, Hans Kopitz

Vor drei Jahren war sie beim Brillenprojekt, das alle drei Jahre von Österreich aus Brillen nach Afrika bringt, das erste Mal sozial unterwegs. Und nun sammelt sie wieder, denn Anfang kommenden Jahres ist es wieder soweit, nur diesmal kann sie leider aus familiären Gründen nicht mitfahren: Birgit Prinz, 31 Jahre jung und Optikerin bei der Firma Höfer am Kirchenplatz.

Gemeinsam in einem Team von 25 Personen, bestehend aus Ärzten, Krankenschwestern, Augenoptikern, Orthoptistinnen und Helfern, nahm sie damals am zweiten Brillenprojekt von Pfarrer Emeka Emeakaroha aus Ober-Grafendorf teil, das 12.000 Brillen, davon allein 600 Stück von der Firma Höfer, nach Umunoho in Nigeria brachte.

Eine positive Erfahrung

„Es war für mich eine absolut positive Erfahrung, denn wir versorgten die Menschen dort nicht nur medizinisch und optisch, sondern im Rahmen dieses Projektes wurde auch ein neues Spital in Betrieb genommen, das dort in den Jahren zuvor gebaut worden war.

Und das geschah natürlich mit viel Musik und Tanz“, so Birgit, die dort bei einer einheimischen Familie untergebracht war: „Die Leute geben dort das Letzte, das sie haben, und es gibt einen Zusammenhalt, den man bei uns nicht kennt. Wir könnten so nicht leben, aber sie sind freundlich und glücklich mit dem Wenigen, das sie haben. Man sollte ihnen nur nicht unser Leben aufdrücken wollen.“

Birgit, die bei der dreiwöchigen Reise nach Afrika weder gesundheitliche noch sprachliche Probleme hatte – „ich hatte jede Menge Impfungen hinter mir und spreche perfekt Englisch“ – musste aber erst die Essensgewohnheiten annehmen: Viel Gemüse und Obst in Eintopfform, getrocknete Fische und Bananen ohne Ende. Aber sie hat es damals überlebt und irgendwann will sie bei einer Aktion in wieder dabei sein.

Emeka Emeakaroha wurde 1971 in Nigeria geboren und hat zwischen 1995 und 2003 an der Hochschule in St. Pölten und an der Universität Wien das Theologische Fachstudium mit einem Doktorat abgeschlossen. Seit seiner Priesterweihe im Juni 1999 ist er Pfarrer in den Gemeinden Ober-Grafendorf und Weinburg.