Erstellt am 16. November 2015, 10:56

von Lisa Röhrer

Bücherei Inzersdorf: "Totgesagte leben länger". Bibliothek und Heimatmuseum wurden nun offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die enorme Besucherzahl bei der Feier zeugte von hohem Stellenwert der beiden Einrichtungen.

Bürgermeister Ewald Gorth bedankte sich bei Gerlinde Falkensteiner von der Bibliotheksfachstelle der Diözese St.Pölten, Büchereileiterin Marianne Hiesberger, Manuela Gsell vom Forum für Erwachsenenbildung und Margit Helene Meister von der NÖ Umweltbildung (von links) für das Engagement und Bemühen um die Bücherei der Gemeinde.  |  NOEN, Lisa Röhrer

In einer Zeit, in der Bilder die Gesellschaft dominieren und Infos in Sekundenschnelle aus dem Internet bezogen werden können, sind sich viele Menschen einig: Dem Medium „Buch“ hat sein letztes Stündlein geschlagen. Bürgermeister Ewald Gorth und das Team der Bücherei Inzersdorf sind anderer Meinung: „Totgesagte leben bekanntlich länger! Bücher vermitteln Wissen und bieten Unterhaltung.“

Die Besucherzahlen bei der offiziellen Eröffnung der neuen Bibliotheksräumlichkeiten sprachen ebenfalls für sich und bestätigten diese Meinung: Rund 140 Erwachsene und zahlreiche Kinder versammelten sich in der Mehrzweckhalle, um die neuen Räumlichkeiten feierlich zu eröffnen. Pfarrer Ulrich Mauterer segnete die Bücherei.

Auch der Landesrat für Erwachsenenbildung, Karl Wilfing (VP), zeigte sich begeistert: „In NÖ haben wir momentan 267 Büchereien, noch nie war ich bei einer Eröffnung, die so gut besucht war wie diese, das zeigt, welchen Stellenwert die öffentliche Bibliothek hier in der Gemeinde einnimmt und den Rückhalt, den sie bei der Bevölkerung findet!“

„Die Entlehnzahlen sprechen für sich!“

„Trotz des eher geringen Budgets erweitern Marianne Hiesberger und ihr Team der Bücherei den Bestand laufend und bemühen sich für jede Altersgruppe, etwas anbieten zu können“, lobte der Ortschef.

Nachdem die Bücherei zu Beginn mit rund 1.300, vom Pfarrflohmarkt übrig gebliebenen Büchern startete, umfasst der Bestand heute über 5.000 zu einem großen Teil neu angekaufte Medien, darunter auch CDs, DVDs, Hörspiele und Zeitschriften.

Um auch spezifische Wünsche erfüllen zu können, liegt in der Bücherei außerdem ein „Wunschbuch“ auf, in dem Besucher ihre Lesewünsche notieren können, auf.

Die Zahl von rund 100 Besuchern pro Monat bestätigt den unermüdlichen Einsatz des 14-köpfigen Teams.

Heimatmuseum ab sofort wieder geöffnet

Das Heimatmuseum, das Leopold Helm vor mehr als 30 Jahren gegründet hatte, ist mit den Jahren immer weiter verfallen und schließlich zu einer Abstellkammer der Gemeinde verkommen. Dank der Initiative von Gemeinderat Josef Kimmeswenger ist auch dieses Stück Kultur nun aus dem Dornröschenschlaf erwacht: Es wurde im Zuge der Büchereiübersiedelung adaptiert und steht ab sofort wieder allen Interessierten während der Büchereiöffnungszeiten (Sonntag von 10 bis 12 Uhr, Montag von 7.30 bis 8.30 Uhr, Donnerstag von 17 bis 19 Uhr und Freitag von 16 bis 18 Uhr) zum Besuch bereit.