Erstellt am 12. Dezember 2015, 04:43

von NÖN Redaktion

Christian Mayer: „Wir bringen alle Autos wieder hin!“. Vor fast genau 20 Jahren startete der Sattler und Tapezierer Christian Mayer als Ein-Mann-Betrieb. Heute hat er acht Mitarbeiter.

Geschäft floriert: Iris und Christian Mayer in der Werkstatt mit einem fertiggestellten Oldtimer. Foto: Peter Nussbaumer  |  NOEN, Peter Nussbaumer

Ob Maserati, Dodge, Porsche oder Cadillac – Christian Mayer und seine acht Mitarbeiter bringen in ihrer Werkstatt das Innenleben von Oldtimern wieder auf Vordermann. Seit 1995 praktizierender Autosattler und Tapezierer hatte Mayer schon immer ein Faible für Karossen von anno dazumal und startete vor fast genau 20 Jahren als traditioneller Ein-Mann-Betrieb.

Auch Motorradsitzen wurde neuer Glanz verliehen

Neben Möbelpolsterungen aller Art, von neuen Möbeln bis zu antiken Stilmöbeln sowie Gastro- und Hotellerie-Ausstattungen, ist die Autosattlerei die Spezialität des Unternehmens. „Die Autos kommen meist zu uns, wenn die Innenausstattung schon total kaputt ist“, berichtet Christian Mayer dem „NÖ Wirtschaftspressedienst“. „Aber wir bringen alle wieder hin!“

Vom Teppich, über die Polsterung und den Neubezug der Sitze bis zum Neubezug des Dachhimmels und des Cabrio-Verdecks reicht das Repertoire der Firma Mayer, die höchsten Wert auf Qualität legt. Die Affinität des Firmenchefs zu alten Gefährten ist sicher mit ein Grund, weshalb man diese Richtung eingeschlagen hat.

Auch diversen Old- und Youngtimern, aber auch Motorradsitzen wurde schon neuer Glanz verliehen. „Das älteste Fahrzeug, das wir wieder aufgemöbelt haben, war ein Pope Waverley, ein Elektroauto mit Baujahr 1905“, so Christian Mayer.

Jüngeres Publikum aus der Tuning-Szene

Seine Kunden setzen sich aus allen Alters- und Bevölkerungsschichten zusammen. „Während die reiferen Kunden Arbeiten an teilweise sehr seltenen, klassischen Oldtimern durchführen lassen, kommt das jüngere Publikum eher aus der Tuning-Szene. Die Fast-and-Furios-Generation will den Innenraum ihrer PS-Kutschen in allen möglichen Farben und Materialien gestaltet haben, um sich von der breiten Masse abzuheben“, berichtet Mayer.

Die Probleme und Schwierigkeiten der Autosattlerbranche liegen laut Mayer wie bei vielen Handwerksbetrieben im aktuellen Facharbeitermangel. „Gute Leute zu bekommen, ist sehr schwierig, außer man bildet sie selber aus. Aus diesem Grund ist es so wichtig, das Image der Lehre zu verbessern.“

Christian Mayer hat bereits fünf Lehrlinge ausgebildet und möchte auch demnächst wieder einen Lehrling aufnehmen. Zudem ist er nicht ohne Grund stolz, dass von seinen derzeit acht Mitarbeitern vier Frauen sind. „Bei uns muss viel genäht werden, und da sind Frauen oft viel genauer und präziser als ein Mann.“