Erstellt am 20. Mai 2016, 10:00

Der gastronomische Bäcker. In den vergangenen 30 Jahren hat Wolfgang Hager das Unternehmen durch zahlreiche Filialen ausgebaut. Das Handwerk ist für den Bäcker aber noch immer Grundlage guter Produkte.

Die Hager-Filiale in der Wiener Straße in St. Pölten ist bestens besucht.  |  NOEN, Michaela Begsteiger

Entgeltliche Kooperation: Die WKO NÖ und die NÖN präsentieren die Familienunternehmen Niederösterreichs.

Begonnen hat alles im Jahre 1907 – da startete Heinrich Hager mit einer kleinen Bäckerei am Mühlweg. Über 100 Jahre später betreibt sein Urenkel Wolfgang Hager eine riesige Bäckerei noch am alten Standort, aber mit zusätzlich 20 Filialen im Großraum St. Pölten – eine Erfolgsgeschichte.

Viel hat sich in diesem Jahrhundert getan. In den 1970er-Jahren zum Beispiel, als Wolfgang Hagers Vater werkte, war die Konsumwelt im Umbruch: Immer mehr Spezialbrote kamen auf den Markt, das Sortiment in den Bäckereien und Verkaufsstellen wurde immer größer, andererseits wurde die Brot- und Gebäck-Produktion damals immer industrieller.

x  |  NOEN, privat

„Jetzt gehen wir retour“, erzählt Wolfgang Hager. Seit einigen Jahren wird in der Bäckerei wieder nach alten Rezepten gebacken „nach den Original-Rezepturen meines Großvaters“, verrät der St. Pöltner Bäcker. Verarbeitet werden dabei hauptsächlich regionale Produkte: Getreide aus einem Umkreis von 150 Kilometern, Topfen aus dem Traisental, Mohn aus dem Waldviertel.

Viele der köstlichen Brote und knusprigen Stangerl, Weckerl und Semmerl werden noch mit der Hand gefertigt. „Das ist es, was den Geschmack ausmacht“, weiß Wolfgang Hager, der viel im In- und Ausland unterwegs ist auf der Suche nach Ideen für neue köstliche Produkte für seine Kunden.

„Jetzt probieren wir gerade einen Weizensauerteig, das wird ein kräftig schmeckendes Weißbrot“, verrät der begeisterte Bäcker: „Es macht uns richtig Spaß, neue Dinge zu erfinden. Es ist schön, wenn sich die Kunden und Mitarbeiter freuen.“

x  |  NOEN, zVg
Dabei wollte Wolfgang Hager den Betrieb ursprünglich nicht übernehmen, hat Wirtschaft studiert. Sein Vater Heinrich hatte sogar schon einen Käufer für die Bäckerei gefunden. Der ist in letzter Minute abgesprungen und Wolfgang Hager in das Familienunternehmen eingestiegen. „Ich hab’ dann in bitterer Kleinarbeit das Bäckerhandwerk bis zur Meisterprüfung erlernt“, erzählt der 52-jährige


St. Pöltner, der am 1. Februar 1987 den Betrieb übernommen und dann ausgebaut hat. Die meisten der Filialen sind Gastro-Betriebe geworden: „Wir sind keine Menükocher, Schnitzel wird es bei uns auch nicht geben. Aber jemand, der Brot liebt, soll bei uns was Gutes zu essen finden“, ist die Philosophie des „gastronomischen Bäckers“.

So gibt es hier zum Beispiel Suppen, passend zur Jahreszeit. Ein Mitarbeiter in der Hager-Zentrale ist für die Speisenkreationen verantwortlich. 20 Filialen hat die Bäckerei Hager derzeit – mehr sollen es nicht werden: „Wir wollen optimieren – aber in der Qualität, nicht durch Quantität.“



Daten und Fakten

Gründung: 1907
Gründer: Heinrich Hager
Geschäftsführer: Wolfgang Hager (seit 1987, damals hatte das Unternehmen acht Mitarbeiter)
Mitarbeiter: 190, darunter zahlreiche Teilzeitkräfte
Filialen: in St. Pölten, Herzogenburg, Krems, Tulln, Böheimkirchen, Wilhelmsburg, Ober-Grafendorf

Adresse & Kontakt:
Bäckerei Hager GesmbH
3100 St. Pölten
Mühlweg 68
02742/362268
baecker@hager.co.at

Alle Informationen unter: www.hager.co.at
 

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