Erstellt am 25. Dezember 2015, 05:33

von Thomas Heumesser

Der Grundstein ist gelegt. Die Mandatare beschlossen den Ankauf eines Areals für das künftige Haus der Feuerwehr Hain-Zagging. Unterschiedliche Ansichten gab es über das Budget für das Jahr 2016.

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Zwei Punkte standen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates im Zentrum: der Haushaltsvoranschlag 2016 und der Grundankauf für den Bau des neuen Hauses der künftigen Freiwilligen Feuerwehr Hain-Zagging.

Zum Budget führte Amtsleiterin Sandra Bogner aus, dass aus momentaner Sicht keine Bedarfszuweisung zum Haushaltsausgleich benötigt werde. Im Jahr 2016 soll eine Darlehensaufnahme in Höhe von insgesamt 755.000 Euro zur Zwischenfinanzierung des Projektes „Feuerwehrhaus - Haus der Generationen Hain-Zagging“ erfolgen, wobei die Zuzählungen je nach Baufortschritt in den Jahren 2016 bis 2018 beabsichtigt sind. Weiters wird im Jahr 2016 eine Darlehensaufnahme in Höhe von insgesamt 250.000 Euro für das Lichtwellenleiter-Projekt benötigt. Ansonsten sind aus derzeitiger Sicht bis 2020 keine zusätzlichen Darlehensaufnahmen geplant.

„Kein Schritt in die richtige Richtung“

Die Einnahmen und Ausgaben im ordentlichen Haushalt belaufen sich auf 3,730.700 Millionen Euro, jene im außerordentlichen Haushalt auf 2,920.500 Millionen Euro.

Beschlossen wurde das Budget mit den Stimmen von VP und SP.

Die Bürgerliste „Wir“ lehnte es ab: „Die Neuverschuldung in unserer Gemeinde schreitet weiter voran, 400.000 Euro neue Schulden sind kein Schritt in die richtige Richtung. Jeder Gemeindebürger ist schon mit über 6.000 Euro verschuldet. Die unsinnigen Projekte wie der Kanalbau nach Flinsdorf werden noch Generationen belasten. So einem Budget kann man als verantwortungsvoller Mandatar nicht zustimmen“, erklärt Gemeinderat Franz Marchat.

VP-Bürgermeister Gerhard Wendl betont hingegen: „Der wichtigste Punkt war ein ausgeglichenes Budget mit einem kleinen Überschuss im ordentlichen Haushalt. Dieser konnte durch Sparsamkeit und Weitblick erreicht werden. Eine große Herausforderung ist sicherlich der Neubau des ,Hauses der Generationen‘. Der Start des Glasfaserprojektes lief großartig an und so wird dieses Jahr auch wieder viel in den Breitbandausbau investiert.“

Das Wort „Neuverschuldung“ will der Ortschef nicht gelten lassen: „Es handelt sich zum Großteil um refinanzierungsfähige Projekte. Also Projekte, bei denen wir auch Einnahmen erwarten.“

Den Grundankauf für dieses „Haus der Generationen“ um 183.000 Euro hat der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen beschlossen.

Hains Feuerwehrkommandant-Stellvertreter Franz Holzmann erläuterte den Mandataren zunächst das Projekt. Er freute sich darüber, dass es dem Bürgermeister gelungen sei, trotz der angespannten finanziellen Lage der Gemeinde in intensiven Verhandlungen mit dem Land NÖ einen Finanzierungsplan aufzustellen. Die Gesamtprojektkosten belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro. Rund 400.000 Euro sind für Grundankauf und Außenanlagen veranschlagt. Das Gebäude kostet rund 1,4 Millionen Euro, die zu je einem Drittel von Land, Gemeinde und Feuerwehr Hain-Zagging aufgebracht werden sollen.

Fusion erfolgt am 10. Jänner

Der Betrag der Feuerwehr reduziert sich durch ihre Eigenleistungen; Arbeitsleistungen, die auch von den Vereinen, die am „Haus der Generationen“ mitwirken, erbracht werden. Konkret sind das der Kameradschaftsbund, die Landjugend, die Blasmusik, der Kirchenchor sowie die Hobbysportvereine „Hain United“ und „Hainer Haie“ sowie Union. Als Bauherr tritt die Gemeinde auf.

Die Fusionierung der beiden Wehren erfolgt offiziell mit dem Auflösung-Beschluss der Feuerwehr Zagging am 10. Jänner 2016. Die Feuerwehr Hain wurde bereits in Freiwillige Feuerwehr Hain-Zagging umbenannt, der Gemeinderat hat in der Sitzung die Zusammenführung des „Örtlichen Einsatzbereiches“ mit 10. Jänner einstimmig gefasst.

Gegen den Grundankauf stimmten geschäftsführender Gemeinderat Franz Schalhas (Bürgerliste „Wir“) und Gemeinderätin Edeltraud Saferding von der VP. Schalhas: „Ich denke, dass bei diesem Bau mehr Kosten anfallen werden als geplant. Diese werden unser Budget für weitere Jahre schwer belasten. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass die Feuerwehr Geldmittel und Arbeitsleistung aufbringen wird können.“

Saferding war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.