Erstellt am 07. September 2015, 13:13

von Günther Schwab

Die Fronten sind verhärtet. "Öffentliche Projektinformation" geriet zu einer Farce. Texte wurden abgehängt, weil sie Umweltverträglichkeitsprüfung betreffen. Diese findet in Traismauer gar nicht statt.

 |  NOEN, Schwab

Um die Bürger ausführlich über den aktuellen Projektstand der Nutzung der Windenergie in Traismauer zu informieren, fand in der städtischen Turnhalle eine „Öffentliche Projektinformation“ statt. Wie ausführlich berichtet, hat sich massiver Widerstand, angeführt von sechs Gemeindeärzten, gegen dieses Projekt formiert, der eindringlich vor der Umsetzung aufgrund der gesundheitlichen Risiken warnt.

Zu Beginn der „Öffentlichen Projektinformation“ fanden sich mehrere Vertreter des Komitees „Bürger für Bürger - Für Traismauer“, angeführt vom Zustellungsbevollmächtigten Jürgen Hörhan und seinem Stellvertreter Wilhelm Petrak, ein.

Rege Diskussion wurde "entfacht"

Nach Prüfung der ausgestellten Unterlagen entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen den Windkraftbetreibern „Naturkraft Schwarzenbohler“ und der „W.E.B.“ einerseits und dem Bürgerkomitee andererseits. „Aus unserer Sicht wurden bei der öffentlichen Projektinformation gravierende Fehler beispielsweise in den fotomontierten Visualisierungen unserer Landschaft mit Windrädern, Informationen zu den Schallmessungen, der Bauweise der Windkraftanlagen bis hin zu einer Verfahrensdarstellung des Gesamtprojektes begangen“, wetterte Alexandra Kaiser vom Komitee.

„Eine unabhängige Kontrolle gibt es nicht“

Weiters: „Der gravierende Fehler ist in Sachen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) passiert. Sie wurde großflächig dargestellt, obwohl es eine derartige Prüfung gar nicht geben wird. Es ist fix, dass es zu einer strategischen Umweltprüfung (SUP) kommen wird, die eine UVP nicht ersetzen kann, da sie viel oberflächlicher ist und die Projektbetreiber die Gutachterfirmen mit der Erstellung der Unterlagen beauftragen.“

Aus Sicht des Komitees ist somit keine unabhängige Kontrolle gegeben. Letztlich hatte die scharfe Kritik zur Folge, dass mehrere Infoblätter betreffend der UVP abgehängt wurden.

Fünf Windkraftanlagen sind geplant

Trotz der Kritik halten die Betreiber als auch die Stadtführung weiterhin an dem Projekt fest.

„Windkraftanlagen sind umweltfreundlich und erzeugen sauberen Strom für unsere Region! Das Prüfverfahren des Landes NÖ wird sich mit jedem einzelnen Windrad befassen uns sich mit der Umweltverträglichkeit und den möglichen Einflüssen beschäftigen!“, so SP-Bürgermeister Herbert Pfeffer.

Im sogenannten „Projektgebiet“ sollen fünf Windkraftanlagen errichtet werden. Die Baustellenzufahrt soll über den „Wimmergraben“ (Gemeindegebiet Sitzenberg-Reidling) erfolgen. Alternativ könnte eine Zufahrt über den Einödgraben (Gemeinde Herzogenburg) in Betracht gezogen werden.