Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:02

von Hans Kopitz

Die Rosengasse bleibt weiter ein Krisenherd. Beschimpfungen an der Tagesordnung: Auch im Volksheim gingen Wogen hoch. Lösungen in dem Dauerstreit sind nicht in Sicht.

Diskussion im Volksheim: Vizebürgermeister Christoph Artner, Monika Heindl, Sven Carich von der Wohn- und Siedlungsgenossenschaft Alpenland, Integrationsstadtrat Richard Waringer und Hatice Aysel vom Verein »Menschen-Leben« (von links).  |  NOEN, Kopitz

Keinen leichten Stand hatte Regionalberaterin Monika Heindl im Volksheim. Dort ging es einmal mehr um die Probleme im Bereich der Wohnungen der Rosengasse/Franz-Jonas-Straße. Eine Protestlawine hatte sich im Frühsommer entzündet, worauf hin eine klärende Veranstaltung angekündigt worden ist. Denn die Bewohner – sowohl Österreicher als auch Migrantenfamilien – machen einander gegenseitig das Leben schwer und beschimpfen einander.

„Ohne mediale Lösung wird es meist nicht gehen!“ Monika Heindl, Regionalberaterin

Vier Problemfelder kamen in der Vorwoche zur Sprache: Kinder in der Anlage, Jugendliche und Senioren, Müll und Zerstörungen - sowie Miteinander reden und Konflikte lösen.

Beim ersten Problemfeld ging es etwa um lautes Spielen auf dem Spielplatz, dass größere Kinder dort Fußball spielen und dass kleinere Kinder ohne Aufsicht in der Anlage und am Parkplatz mit dem Rad fahren. Bei den Jugendlichen und Senioren sah man Probleme, dass Jugendliche den Zaun und die Pflanzen am Spielplatz zerstören, in der Anlage Fußball spielen und sich lärmempfindliche Senioren über den Krach aufregen.

Mangelhafte Mülltrennung als großes Thema

Bei Müll und Zerstörung dominierten die mangelhafte Mülltrennung und Deponierung von Sperrmüll, Katzenkot in der Sandkiste, Hundekot in der Anlage und kaputte Türschließanlagen. Und beim letzten Problemfeld ging es um den rauen und gereizten Umgangston, es wird nicht gegrüßt, man kennt einander nur oberflächlich, es gibt keine kompetente Stelle zum Streitschlichten und wenig Kommunikation mit der Hausverwaltung.

Lösungsansätze? Fehlanzeige!

Man warf einander viele Vorwürfe an den Kopf. Lösungsansätze? Fehlanzeige! „Es sind natürlich tief greifende Konflikte dabei und ich bemühte mich, die Diskussion sachlich zu lenken. Aber da sehr viel persönliche Angelegenheiten darunter sind, wird es ohne mediale Lösung, an der nur drei Personen beteiligt sind, meist nicht gehen“, erklärte Heindl. Denn nicht wenige Besucher erklärten die Veranstaltung zum „Kasperltheater“ und verließen das Volksheim vorzeitig.