Erstellt am 13. Oktober 2015, 15:32

von Alex Erber

Disco-Tod! Antnmania dient als Sündenbock. Wirtschaftskammer-Fachgruppenobmann attackiert erneut Vereinsfeste. JVP betont: "Bei uns war rechtlich alles in Ordnung!"

Marina Müllner, Marlies Müllner und Guido Weinzierl (von links) freuen sich schon auf Samstag: "Wir sind mit Sicherheit dabei!"  |  NOEN, JVP Wölbling

Er kann es nicht lassen: Der Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der NÖ Wirtschaftskammer, Mario Pulker, hat sich wieder lautstark zu Wort gemeldet. In den vergangenen Jahren habe sich die Situation für Diskotheken zunehmend verschlechtert.

„Vor allem die Vielzahl an Veranstaltungen, Clubbings und Festen von Jugendvereinen und diversen Organisationen, die den ganzen Sommer über in unserem Bundesland abgehalten werden, macht der Branche zu schaffen. Problematisch dabei ist, dass viele Feste im rechtlich freien Raum unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit stattfinden, wo es nur wenige Auflagen gibt, die aber eine ganze Branche systematisch in ihrer Existenz gefährden.“

"Im Sommer aufsperren rentiert sich nicht mehr"

Das lässt er über den „NÖ Wirtschaftspressedienst“ verlauten und hat natürlich einen Sündenbock schon ausgemacht: „Als beispielsweise Mitte Juli die Antnmania in Wölbling über die Bühne gegangen ist, waren die Diskotheken in und um die Landeshauptstadt leer gefegt. Da es solche Veranstaltungen im Sommer jedes Wochenende gibt, haben viele Disco-Betreiber bereits im Sommer geschlossen, da es sich einfach nicht mehr rentiert aufzusperren. Das ist umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass ja der Veranstaltungsreigen im Herbst munter weitergeht bis in die Weihnachtszeit“, so Pulker.

„Hatten von Behörde grünes Licht!“

Veranstalter der Antnmania ist die Junge VP Wölbling. Obfrau Stefanie Mader lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: „Unser Fest hat in keinem rechtlich freien Raum stattgefunden. Wir hatten von der Behörde grünes Licht!“ Laut Mario Pulker wird es jedenfalls zum Thema Vereinsfeste in den nächsten Wochen Gespräche auf Regierungsebene geben.

„Wir wollen von der Politik endlich eine Klarstellung“, betont der Fachgruppenobmann. „Vereinsfeste sollen wieder dorthin zurückgeführt werden, wo sie auch hingehören, nämlich in den Rahmen der Gesetzmäßigkeit. Wir haben in NÖ derzeit noch 277 Diskotheken, die 725 Mitarbeiter beschäftigen. Wenn sich die Situation nicht bald bessert, werden Discos bald der Vergangenheit angehören, und das AMS wird weitere Arbeitslose verbuchen können!“

Stefanie Mader kontert: „Auch wir haben Wirtschaftszweige belebt, weil wir im Zuge der Veranstaltung Dienstleistungen und Güter in Anspruch genommen haben.“