Erstellt am 03. Mai 2016, 11:24

von Alex Erber

Donau-Limes: Die Römer lassen grüßen. Besinnung auf Geschichte: Donau-Limes soll zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt werden. Traismauer wird im Fall der Erhebung in Fragen der Raumordnung Rücksicht nehmen.

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Den römischen Limes (Grenzwall) bis Regensburg hat die UNESCO bereits zum Weltkulturerbe erklärt. Nun gibt es, ausgehend von Bayern und Oberösterreich, Bemühungen, auch den Donau-Limes von Regensburg bis Hainburg zum Weltkulturerbe erheben zu lassen. Die Stadt Traismauer hat in diesem Zusammenhang in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates einen Grundsatzbeschluss gefasst. Im Falle einer Aufnahme des Donau-Limes in das UNESCO-Weltkulturerbe sollen die ausgewiesenen Kern- und Pufferzonen in den Planungen der Stadt berücksichtigt werden, speziell, was die Raumordnung anbelangt.

Ziel soll einerseits der langfristige Schutz der verbliebenen Bodendenkmäler und römischen Denkmäler in der Römerstadt sein. Anderseits wird die Belebung des Fremdenverkehrs angestrebt. Tourismusstadträtin Veronika Haas (VP) hat dabei zwei Fragen aufgeworfen: „Wie lange bleibt das Stadt- und Heimatmuseum, das schon seit mehr als einem Jahr wegen Umlagerungsarbeiten für Touristen nicht zugängig ist, noch geschlossen?“ Und: „Wann wird der Besitzer des Gebäudes in der Venusberger Straße 10 aufgefordert, ein Dach auf den Baukörper aufzusetzen?“ Hintergrund dieser Frage: Das Gebäude enthält die Grundmauern eines Fächerturmes, allerdings fehlt seit mehr als einem halben Jahr das Dach. Verfall droht.

„Museum bleibt zwei, drei Jahre gesperrt“

Der parteifreie Kulturstadtrat Alfred Kellner dazu: „Ich rechne damit, dass das Stadt- und Heimatmuseum noch zwei, drei Jahre geschlossen bleibt. Als Ersatz für Touristen bietet sich ein Freiluftmuseum an, das 2017 seinen Betrieb aufnehmen soll. Die längere Sperre des Stadt- und Heimatmuseums erklärt sich auch dadurch, dass die Donau-Limes-Städte erst intern abklären wollen, welches Angebot präsentiert werden soll. Die Neugierde der Touristen soll durch Ausnahmestellungen jedes einzelnen Standortes geweckt worden.“

Was die Venusberger Straße 10 betrifft, gibt sich Kellner keinerlei Illusionen hin: „Auch ich würde es gerne sehen, dass dieser Fächerturm das Ende des Stadtgrabenparks bedeutet.“ Allerdings habe man, weil Privatbesitz, „in Wahrheit keinen Einfluss.“

Liste MIT verlangt Ensembleschutz

Die Bürgerliste MIT begrüßt den Beitritt zur Donau-Limes-Einreichung, sie geht sogar noch einen Schritt weiter. Sie fordert einen Ensembleschutz für die gesamte Innenstadt und will ihn noch heuer beim Bundesdenkmalamt anregen: „Wir brauchen einen dauerhaften und wirksamen Schutz des Ensembles unserer Innenstadt“, weiß Klubsprecherin Gemeinderätin Elisabeth Wegl. Stadtrat Kellner hält hingegen nichts von einem „Drüberfahren“: „Das Thema ist heikel. Ich setze hier lieber auf Verhandlungen mit den Privateigentümern, um Konsenslösungen erzielen zu können.“

Seltsamerweise verknüpft die Opposition das Sachthema „Donau-Limes und UNESCO-Weltkulturerbe“ auch mit Attacken auf die SP: „Ich stelle die Frage, ob die Errichtung von Windkraftanlagen weltkulturerbe-verträglich ist“, sagt beispielsweise VP-Stadträtin Haas.

Und MIT-Klubsprecherin Wegl hat noch nicht überwunden, dass das Projekt Betreutes Wohnen am Standort Hauptplatz 11 umgesetzt wird: „Mit diesem Bauwerk ist der Eingangsbereich zum Hauptplatz für immer zerstört.“