Erstellt am 22. Dezember 2015, 05:23

von Alex Erber

Dopler wird Hallenwirt. Vor drei Jahren hatten die Grünen Kritik geübt, nun befürworten sie Verpachtung an den Gastronomen. Schelte von FP: "Rückgratlos!". Stadtrat Gerstbauer erklärt die neue Sicht.

 |  NOEN, zVg

Vor dem Hintergrund der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, die gestern, Montag (nach Redaktionsschluss) stattfand, gibt es im Zusammenhang mit der Gastro-Verpachtung im Anton-Rupp-Freizeitzentrum eine Attacke der FP auf die Grünen.

Wie bereits vor der Sitzung durchsickerte, wird Franz Dopler (zumindest) für ein Jahr die gastronomischen Geschicke in der Freizeithalle und des Bad-Buffets lenken.

Comeback für Wirt 

Es ist dies ein Comeback des Wirts, für den Ossarn bislang kein allzu guter Boden war. Im März 2006 schlitterte er in den Konkurs. Mit 1. Jänner 2007 gründete die Stadtgemeinde eine GmbH und bestellte Dopler zum Geschäftsführer. Zwei Jahre lang erwirtschaftete man einen Gewinn, im dritten Jahr ging es bergab, per 30. November 2011 erfolgte die Liquidation der GmbH. Der Bilanzverlust 2011 betrug mehr als 40.000 Euro. „Restaurant-Betriebs-GmbH: Außer Spesen nichts gewesen! Ein unrühmliches und teures Ende einer langen Leidensgeschichte“, titelten die Grünen im „Gemeindemagazin“, das an alle Haushalte verschickt wird.

Damals übten die Grünen harte Kritik, nun sind die für die Bestellung Doplers. FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl: „2012 sahen die Grünen die Sachlage noch völlig klar und erkannten die Unsinnigkeit, Dopler als Geschäftsführer für die durch die Stadtgemeinde gegründete Restaurantbetriebe GmbH zu bestellen, der vorab mit besagter Freizeithalle in Konkurs gegangen war. Leider zeichnen sich die Grünen gegenwärtig als rückgratlos aus, schließlich haben sie ihre Meinung zum gescheiterten Unterfangen Freizeithalle um 180 Grad revidiert.“

Und weiter: „Heute, wo die Grünen mit der SP kooperieren (müssen), haben sie scheinbar vergessen, was einmal war und geben ihrem Partei-Partner vollste Rückendeckung.“

„Wir müssen Franz Dopler dankbar sein“

Stadtrat Franz Gerstbauer von den Grünen „kann sich darüber nicht einmal ärgern“: „Es stimmt, dass wir damals mit der GmbH-Lösung nicht glücklich waren. Aber man muss den Fakten ins Auge sehen: Früher war die Gastro im Freizeitzentrum eine tolle Geschichte. Das hat sich gewandelt.“ Nach einigen Ausschreibungen stehe fest, dass es keinen einzigen ernsthaften Bewerber gebe. Und nun steht auf der anderen Seite die Tatsache, dass Dopler der Gemeinde kurzfristig eingesprungen ist. Gerstbauer: „Dafür müssen wir dankbar sein.“

Eine Automatenlösung würde auch nicht billiger sein. Es müsse trotzdem ein Mitarbeiter vor Ort sein – den hätte aber die Gemeinde zu bezahlen. Sonst käme es sehr schnell zu Verschmutzungen oder Vandalismus.

Franz Gerstbauer: „Wir Grüne wollen ein funktionierendes Restaurant in der Freizeithalle. Dazu müssen wir einem Pächter (egal ob Dopler oder sonst wer) die Chance geben, dauerhaft zu bestehen. Dazu gehört vor allem, dass wir bei den Öffnungszeiten Zugeständnisse machen und auch baulich investieren.“

Nur dagegen sein oder sich der Stimme enthalten, löse kein Problem. Gerstbauer abschließend: „Ich habe von Stadtrat Schatzl keinen einzigen konkreten Alternativvorschlag gehört. Wir könnten noch fünf Mal ausschreiben und hätten wieder nur Selbstdarsteller mit einem großen Rucksack vieler Probleme als Bewerber.“

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