Erstellt am 03. Februar 2016, 06:53

von Claudia Stöcklöcker

Ex-Schuldirektor leugnet Untreue. 59-Jähriger soll Gemeindegelder auf sein eigenes Konto überwiesen haben.

Mit schweren Anschuldigungen sieht sich ein ehemaliger Schuldirektor und Ex-Bürgermeister aus der Region Herzogenburg konfrontiert. Untreue wird ihm vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Als Schriftführer und Kassier soll der 59-Jährige sich zu Unrecht 11.650 Euro vom Sparbuch einer Schulgemeinde auf sein privates Konto überwiesen haben. Selbst soll er sich in eine höhere Gehaltsstufe versetzt und ungerechtfertigt Aufwandsentschädigungen ausbezahlt haben. Dazu ist er nicht geständig, Zeugen belasten.

„Aufwandsentschädigungen bei Projekten wie Schulzubau gibt es nicht, das wurde ausdrücklich verwehrt“, sagt einer. „Ich erinnere mich an Traktorstunden für Möbeltransporte. 82 Stunden zu je 20 Euro wurden da verrechnet“, erzählt ein anderer.

„Ich habe keine einzige Traktorstunde verrechnet. Meine Leistungen waren Schriftverkehr und Telefondienste. Keine einzige dieser Tätigkeiten wurde vom Obmann erledigt. Auch manuelle Arbeiten habe ich mit dem Schulwart gemeinsam verrichtet“, kontert der Angeklagte.

Und weiters: „Das war mit dem Obmann besprochen. Ich war schon bei drei Schulbauten dabei, jeder hat sich auf mich verlassen. Der Ausschuss war froh, dass er jemand hatte, der alles zur vollsten Zufriedenheit erledigt hat.“

Die Richterin vertagt, Schulwart und Amtsleiterin sollen noch einvernommen werden.