Erstellt am 28. Dezember 2015, 11:17

von Hans Kopitz

Feger wünschten Glück. Markus Nentwich spricht von einem „guten Jahr“: Abgesehen von zwei Bränden gab es in Herzogenburg keine größeren Vorkommnisse. Sorgen bereiten dem Rauchfangkehrer selbst montierte Kamine.

Besuch der »Schwarzen Zunft« im Rathaus, bei der der Bürgermeister mit edlen Tropfen bedacht wurde: Patrik Kern, Marvin Umgeher, Meister Markus Nentwich, Franz Zwicker, Jürgen Kronawetter, Ernst Schrefl und Johannes Hintermayer (von links). Foto: Hans Kopitz  |  NOEN, Hans Kopitz

Wie es nun einmal Tradition ist, kam auch heuer wieder zum Jahresabschluss eine Abordnung der Rauchfangkehrer ins Rathaus, um Bürgermeister Franz Zwicker für die gute Zusammenarbeit zu danken und für das neue Jahr Glück zu wünschen.

Zwei Brände durch nicht gemeldete Feuerstätten

Heuer war es das letzte Mal in diesen Räumen, denn in den nächsten Monaten beginnt die Umsiedelung ins Reitherhaus, weil das Rathaus einem Neubau weichen muss. Bürgermeister Franz Zwicker wünscht sich, dass die Bauzeit des neuen Hauses eingehalten wird: „Ich hoffe, dass es bis zum Sommer 2017 so weit ist, der allerletzte Termin wäre der 27. September, denn da feiern wir 90 Jahre Stadterhebung.“

Für Markus Nentwich - der sich seit der kürzlich im Ministerrat beschlossenen Rauchfangkehrer-Novelle, mit der mehr Wettbewerb in die heimischen Kamine einziehen soll, „öffentlich zugelassener Rauchfangkehrer“ nennen darf, war das abgelaufene Jahr kein schlechtes: Es gab zwar zwei Brände - einer in Herzogenburg und einer in Etzersdorf - die durch zwei nichtgemeldete Feuerstätten ausgelöst wurden, aber sonst keine größeren Vorkommnisse.

Sorgen bereiten dem Meister der „Schwarzen Zunft“ vor allem die Produkte, die online oder in Baumärkten gekauft und nach dem „do-it-yourself“-Prinzip zusammengebastelt und angeschlossen werden. Genauso wie später hinzugefügte Kamine bei Gartenhäusern oder anderen Objekten, die nicht genehmigt wurden. Diese stellen oft eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar.

„Wenn man aber erfährt, dass ein Rauchfang nicht ordnungsgemäß angebracht wurde und die Leute anschreibt, reagieren die meisten dann doch positiv“, so Nentwich, der sich in diesem Zusammenhang etwas mehr Zusammenarbeit mit der Gemeinde wünscht.

Der Wettbewerb soll angekurbelt werden

Die Rauchfangkehrernovelle sieht vor, dass künftig zwischen sicherheitsrelevanten Tätigkeiten im öffentlichen Auftrag (etwa feuerpolizeiliche Überprüfungen) und sonstigen Tätigkeiten der Rauchfangkehrer unterschieden wird.

Für die sicherheitsrelevanten Tätigkeiten bleiben Niederlassungspflicht, Beschränkung auf Kehrgebiete und Bedarfsprüfung bestehen. Rauchfangkehrer, die diese Tätigkeiten durchführen, sollen zur eindeutigen Unterscheidbarkeit für Konsumenten die Bezeichnung „öffentlich zugelassener Rauchfangkehrer“ führen.

Für die übrigen Tätigkeiten wie wartungsbedingtes Kehren oder Abgasmessungen fällt der Gebietsschutz weg. Dadurch können sowohl grenzüberschreitende Dienstleister als auch Unternehmer mit Standort in Österreich diese Tätigkeiten erbringen. Die größere Anzahl an potenziellen Anbietern soll den Konsumenten eine größere Auswahl bieten und dadurch den Wettbewerb ankurbeln.