Erstellt am 20. Oktober 2015, 15:02

von Alex Erber und Hans Kopitz

FF-Herzogenburg: Es herrscht Ernüchterung. NÖN präsentiert die drei Hauptargumente der Feuerwehr Herzogenburg-Stadt, warum sie mehrheitlich gegen eine Verschmelzung mit den Oberndorfer Florianis stimmte.

Hier ändert sich nichts: Die derzeitige Feuerwehrzentrale in der Kirchengasse bleibt Heimstätte von Herzogenburg-Stadt.  |  NOEN, Hans Kopitz

Nach der gescheiterten Fusion der Freiwilligen Feuerwehren Herzogenburg-Stadt und Oberndorf/Ebene hat sich Ernüchterung eingestellt. Zumindest bei den Kommandos und in weiten Teilen der Politik, wo diese Lösung - als Grundvoraussetzung zur Errichtung eines gemeinsamen Feuerwehrhauses - gut geheißen worden ist.

Was hat nun dazu geführt, dass die Freiwillige Feuerwehr Herzogenburg-Stadt die Verschmelzung mehrheitlich abgelehnt hat? Pressesprecher Florian Schmidtbauer hat sich in den Reihen der Wehr umgehört und einige Gründe ausmachen können.

Abstimmung 2013 war ein „Vertrauensbruch“

2007 haben beide Wehren das gemeinsame Haus positiv abgestimmt. „Hier muss man die lange Projektdauer ins Kalkül ziehen, denn 2007 gab es die ersten Gespräche und Feuerwehrhausbesichtigungen und dann passierte lange Zeit nichts. Die Feuerwehrmitglieder wurden immer wieder vertröstet und waren für das Feuerwehrkommando schwer bei Laune zu halten.“

Dann wird ein „Vertrauensbruch“ der Freiwilligen Feuerwehr Oberndorf/Ebene ausgemacht. Dort hat man im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktber 2013 eine Abstimmung durchgeführt. Sie endete übrigens mit der Ablehnung einer Fusion. „Davon haben wir erst aus der Zeitung erfahren“, erklärt Schmidtbauer.

Und überdies sei der geplante Standort des gemeinsamen Hauses in der Hainer Straße aus heutiger Sicht nicht ganz ideal gewählt. Anforderungen und Einsatzorte hätten sich über die Jahre genauso verändert wie die Stadt im gesamten. Dieser Standpunkt wird übrigens auch von vielen Bürgern geteilt, wenn sie etwa an die oft überlangen Schrankenschließzeiten denken, die die Erreichbarkeit der geplant gewesenen „Blaulichtzentrale“ massiv erschwert hätten.

Keinen Sinneswandel

Jedenfalls gab es in den Reihen der Florianis einen bemerkenswerten Sinneswandel: Die Feuerwehr Oberndorf/Ebene, vor exakt zwei Jahren, noch gegen eine Fusion gewesen, votierte mit 25:12 Stimmen klar dafür. Herzogenburg-Stadt, der Vereinigung gegenüber ursprünglich positiv eingestellt gewesen, lehnte sie nun mit 20:13 Stimmen deutlich ab.

Befremden hat, wie berichtet, die Tatsache ausgelöst, dass zwei Jungflorianis bei der Vor-Abstimmung verhinderten, dass sich Reservisten an der Abstimmung beteiligen können. Geändert hätte sich freilich nichts: Selbst wenn die sechs Reservisten der Herzogenburger Wehr „Pro“ gestimmt hätten, wären die Gegner mit 20:19 in der Mehrheit gewesen.

Übrigens, und auch das ist bemerkenswert: Zählt man die Stimmen beider Wehren zusammen, ergibt sich mit 38:32 eine Mehrheit für eine Vereinigung der Wehren und damit auch ein gemeinsames Feuerwehrhaus.

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