Erstellt am 03. November 2015, 05:02

von Alex Erber und Hans Kopitz

Fleischhauer steigen jetzt auf Barrikaden. Studie behauptet: Wurst, Schinken, Fleisch verursachen Darmkrebs. Firmenchefs aus der Region warnen vor Panikmache.

Wilhelm Hammerl (links) ist seit 52 Jahren Fleischhauer und führt seit 40 Jahre sein Geschäft in Herzogenburg-Oberndorf, seine rechte Hand Josef Kellner unterstützt den Chef in vielen Angelegenheiten. Über die von der WHO präsentierte Studie sind sie schlichtweg entsetzt.  |  NOEN, Hans Kopitz

"Darf es ein bisserl mehr sein?". Eine lebensgefährliche Frage, geht es nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die eine Studie der Internationalen Krebsforschungsagentur (IARC) präsentiert hat. Demnach sind Wurst, Schinken und anderes verarbeitetes Fleisch krebserregend.

Ein weltweiter Aufschrei war die Folge. Auch in der Region Herzogenburg steigen die Fleischhauer auf die Barrikaden und warnen vor Panikmache.

Es kommt auf die Menge an…

„Wir schlachten selbst und das Fleisch stammt aus der Region“, betont der Herzogenburger Fleischermeister Wilhelm Hammerl. „Ich kann mir schon vorstellen, dass Industrieware wie Wurst und Schinken, die mit Geschmacksverstärker, Verdickungs- und Haltbarkeitsmittel behandelt wird, nicht gerade zu den gesündesten zählt, und das ist das, was den Menschen Sorge macht. Aber es kommt natürlich wie überall auf die Menge an, die ich konsumiere. Man dürfte ja eigentlich gar nichts mehr essen, denn auch Obst und Gemüse sind mit Chemie angereichert.“

Verärgert über die Studie zeigt sich auch Juniorchefin Brigitta Kerzig vom Traismaurer Renommierbetrieb Gattringer-Kerzig: „Wir beziehen unser Fleisch aus maximal 20 Kilometer Umgebung und machen alles selbst.“ Man gebe sich größte Mühe und werde dann mit solchem Schwachsinn konfrontiert. „Mit diesen Negativmeldungen werden wir systematisch getötet. Wo bleibt da der Aufschrei der Innung?“, fragt sich Gattringer-Kerzig. Ihre Befürchtung: „Nächstes Jahr kommt man drauf, dass das Mehl schlecht ist und dann sind die Bäcker an der Reihe.“

"Solche Meldungen sind doch die reinste Panikmache"

Fleischermeister Franz Winkler führt zwei Betriebe: „In Krems war der Geschäftsrückgang in den ersten beiden Tagen nach dieser Meldung spürbar, in Statzendorf zum Glück nicht. Solche Meldungen sind doch die reinste Panikmache. Es kommt doch immer aufs richtige Maß an: Wenn ich mich jahrelang nur von Schaumrollen ernähre, ist das auch nicht gesund.“

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