Erstellt am 23. November 2015, 12:16

von Lisa Röhrer

Flüchtlinge in Getzersdorf: "Hilfe ist uns Gebot". Im Bereich der Flüchtlingshilfe wurden Taten gesetzt: Pfarrhof wurde adaptiert, um einer Familie eine neue Heimat zu bieten.

Carl Costa, Angela und Karl Vogl, Gertraud Andert und Pater Paulus (von links) zeigten vorbildlichen Einsatz in der Flüchtlingshilfe.  |  NOEN, Foto: privat

Im Pfarrhof soll eine syrische Flüchtlingsfamilie künftig nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern vor allem auch eine Heimat finden: Ende August wurde dort mit der Adaptierung des rund 100 Quadratmeter großen Nebengebäudes begonnen. Neue Sanitäranlagen, eine geräumige Küche und ein 75 Quadratmeter großer Hauptraum, der gegebenenfalls abgetrennt werden kann, sollen sechs bis maximal zehn Personen ab Ende des Jahres beherbergen.

„Menschen sollen Teil der Gemeinde werden“

Das vorrangige Ziel sei es, die aus den Kriegswirren geflohenen Menschen in die Gemeinde zu integrieren: „Ein Dach über dem Kopf ist der erste Schritt, wenn wir aber erreichen wollen, dass diese Menschen in unsere Gemeinde hineinwachsen, muss noch viel mehr getan werden“, weiß Karl Vogl.

Um das zu ermöglichen, wurde ein „Drei-Schritte-Plan“ entwickelt: „Das Wichtigste ist, dass die Menschen nicht frieren und eine Unterkunft haben. In weiterer Folge wollen wir sie soweit unterstützen, dass sie schon bald, ohne auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, hier leben können. Das dritte Ziel wäre, dass die Kinder die Schule oder den Kindergarten besuchen. Die Erwachsenen sollen mithilfe eines von der Diözese angebotenen Deutschkurses und der Mithilfe engagierter Personen aus der Gemeinde die Möglichkeit bekommen, unsere Sprache zu erlernen“.

Das Ideal wäre es zudem, sie auf gemeinnütziger Basis in allfällige Arbeiten in der Gemeinde einzubeziehen.

Dauerhaftes Zuhause für Familie gesucht

Der Pfarrhof soll jedoch nur einen ersten Zwischenstopp des Projektes darstellen und auch seine ursprüngliche Funktion wird ihm erhalten bleiben: Diverse Feste werden weiterhin dort veranstaltet - bestenfalls in Zukunft gemeinsam mit der Flüchtlingsfamilie.

Dann soll nach einem dauerhaften Zuhause für jene Ausschau gehalten werden.

Die Frage, wie man möglichst viele Menschen motivieren könne mitzuhelfen, beschäftige die Helfer von Beginn an. Drei bis vier Personen sollen die Familie in der Eingangsphase unterstützen und ihnen bei Alltäglichem zur Hand gehen.

Gespräch mit Menschen suchen

Wesentlich sei es aber auch, schlichtweg das Gespräch mit den Menschen zu suchen und ihnen das Gefühl zu geben, hier willkommen zu sein.

Im Zuge der Agapen im Advent, sollen die Einwohner noch stärker über den Verlauf des Projektes informiert werden. Auch mögliche Bedenken der Bürger gilt es dabei zu beachten: „Wir müssen gut zuhören und in persönlichen Gesprächen versuchen, den Menschen ihre Zweifel zu nehmen“, so Vogl.

Die engagierten Helfer sind überzeugt: „Hilfe ist unsere Pflicht. Wir können die schrecklichen Zustände in den Kriegsgebieten nicht ändern, aber wir können einer Familie hier in unserer Pfarre eine neue Perspektive bieten.“