Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:28

von Alex Erber und Hans Kopitz

Flüchtlinge sind hier, kein weiteres „Dorf“. Aufregung | Erste Asylwerber sind eingezogen. „Und bei diesem Container-Dorf bleibt es auch“, dementiert Zwicker andere Meldungen.

Karl Nutz und Franz Gerstbauer (von links) sowie Josef Schogger (rechts) von den Grünen freuten sich mit Mustafa, Al Baraa, Khaled, Yasin und Fahim (von links), dass es mit der Internetverbindung so schnell geklappt hat.  |  NOEN, zvg

Ausgerechnet der Staatsrundfunk berichtete, dass nicht nur in Schwechat beim Flughafen, sondern auch in Herzogenburg ein ContainerDorf entstehen soll. Die Stadtgemeinde möchte darauf hinweisen, dass es sich bei diesem angeblichen Container-Dorf als Unterkunft für Asylwerber um das Biomin-Areal in Oberndorf handelt. Die Bürocontainer und das Bürogebäude als Unterbringungsmöglichkeit wurden adaptiert und nach der Freigabe durch das Land sind dort am vergangenen Mittwoch die ersten Asylwerber eingezogen.

Wie viele Schutzsuchende es nun letztendlich geworden sind, woher sie kommen, wie sie sich eingelebt haben, was sie planen, all das wollte die NÖN von Biomin wissen. Doch dort hüllt man sich plötzlich in Schweigen, ersucht um Verständnis: „Derzeit geht es ein bisschen chaotisch zu.“

Integration in den Arbeitsmarkt 

Um Missverständnissen jedenfalls vorzubeugen, stellt SP-Bürgermeister Franz Zwicker hiermit klar: „Es ist kein weiteres Container-Dorf in Herzogenburg vorgesehen.“

Auf 2,7 Milliarden Euro veranschlagt inzwischen die Nationalbank die Flüchtlingskosten für den Staat - Bund, Länder und Gemeinden - über die Jahre 2015 bis 2017. Nach einer ersten Simulation der Effekte des Flüchtlingszustroms auf Volkswirtschaft, Arbeitsmarkt und Budgets spricht die Nationalbank von einer Art „Konjunkturprogramm mit hoher Konsumquote“.

Ob dieses Programm letztlich erfolgreich sein wird, hänge in erster Linie davon ab, wie gut sich die Asylwerber in den Arbeitsmarkt integrieren werden können.

Flüchtlinge, die sich gerne in den Arbeitsmarkt integrieren möchten, aber dazu erst ihr Asylverfahren abwarten müssen, das im Durchschnitt rund ein halbes Jahr dauert, wurden vom „Verein Wohnen“ in der Herrengasse im Haus der Familie Schwed, wo früher auch die Putzerei war, untergebracht. Hier wurde vergangene Woche auf Initiative der Grünen eine Internetleitung installiert, um den Männern eine preisgünstige Verbindung mit der Heimat zu ermöglichen.