Erstellt am 27. Januar 2016, 05:53

von Thomas Heumesser

"Freeriding ist kein Freibrief für Tollerei". Extremskifahrer Mario Gattinger hat mit einem 40-minütigen Film die Gäste in Obritzberg begeistert. Er warnt jedoch vor Leichtsinn.

Mario Gattinger hat den Film auf Einladung der Katholischen Bildungswerke Wölbling und Obritzberg organisiert. Das Bild zeigt ihn mit den Obfrauen Liselotte Bachinger (links) und Elisabeth Persch.  |  NOEN, Heumesser

Der Extremskifahrer Mario Gattinger hat am vergangenen Donnerstag im Gemeindezentrum Obritzberg einen von ihm produzierten Film mit dem Titel „Triangle“ präsentiert. Es ist dies bereits der zweite Film, der nach dem Erstlingswerk „Drawing Lines“ europaweit im Kino gezeigt wird.

Der Filmtitel „Triangle“ weist auf die drei Eckpfeiler der Gruppe hin: Vorstellungskraft, detaillierte Planung und die Leidenschaft der Realisierung. Mario Gattinger und die Athleten von „Freeriderslife“ zeichnen nicht nur abseits der Pisten von Skidestinationen in den österreichischen oder den Schweizer Alpen ihre Spuren in den Schnee, sondern zeigen in „Triangle“ auch exotischere Orte wie Kaschmir oder Korsika. Denn: „Spannende Skispots gibt es auch an entspannenden Orten wie Korsika“, erklärt Mario Gattinger.

Der 27-Jährige hat Wurzeln in Ambach (Gemeinde Wölbling), lebt aber seit mehreren Jahren in Innsbruck, wo er studiert.

Die Ausrüstung wiegt rund 30 Kilogramm

Die Besucher gewannen atemberaubende Eindrücke von steilen und kräftezehrenden Aufstiegen, die dann mit einer Abfahrt bei Sonnenaufgang in blendendweißen Schneemassen gekrönt werden, von waghalsigen Sprüngen in felsigem Gelände oder wilde Ritte quer durch ein indisches Waldgebiet. Mario Gattinger berichtete von enormen Lawinengrößen, total unterschiedlichen Schneearten, auf dem Rücken zu tragende Ausrüstung von etwa 30 Kilogramm, eisiger Kälte oder dem harten, viermonatigen Training im Sommer.

Freeriding, also das Befahren von Gelände abseits der Skipisten, sei aber kein Freibrief für Abfahrten aus purem Leichtsinn, Jux und Tollerei. Der Vortragende betonte, dass angesichts von Lawinen bis zu 100 Stundenkilometern genaueste Planung, Erkundigungen vor Ort sowie das Mitführen einer kompletten Lawinenausrüstung unerlässlich sind. „Dir muss aber immer bewusst sein, das der Berg und die Natur das letzte Wort haben“, meinte der werdende Vater ernst.

Dazu brachte er den staunenden Zuschauern praktisches Anschauungsmaterial mit: die extrabreiten und -langen Skier sowie den Rucksack mit Lawinenpiepserl, Schaufel und Sonde. Als besonderes Highlight und zur Freude der Zuschauer durfte ein Freiwilliger den Lawinenairbag auslösen.

Mario Gattinger arbeitet mit seinem Unternehmen „FreeRidersLife“ derzeit bereits an den nächsten Filmprojekten. „Es wird noch abenteuerlicher, sowohl skifahrerisch als auch kreativ“, verrät er mit Augenzwinkern.