Herzogenburg

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:54

von Hans Kopitz

Am 23. Juli endet die Welttournee in Herzogenburg. Heidi und Markus Dangl kehren nach mehr als drei Jahren zurück nach Herzogenburg.

Besonders beeindruckt waren die beiden Weltenbummler von den Niagarafällen an der Grenze Kanada/USA. 2Roadrunners-on-tour  |  NOEN

Am Ostermontag, 1. April 2013 starteten sie um Punkt 13 Uhr am Kirchenplatz vom Optikergeschäft Höfer weg zu ihrer Radtour, die sie rund um die Welt führen sollte. Heidi und Markus Dangl, zwei Radfreaks aus Totzenbach, nahmen sich vor, in rund dreieinhalb Jahren alle fünf Kontinente mit dem Rad bezwingen - und nun kommen sie zurück.

Heuer im März betraten sie nach zwei Jahren, elf Monaten und zwei Tagen wieder europäischen Boden. „1.068 Tage, fünf Kontinente, 30 Länder, 17 Patschen, 56.561 Kilometer, 2.950 Stunden im Sattel und 426.346 Höhenmeter haben wir seit dem Start bewältigt. Obwohl wir nach Spanien gekommen sind, waren Heidis erste Worte: Jetzt sind wir wieder daheim! Überraschenderweise war dieser Augenblick für uns beide doch etwas emotional und die eine oder andere Freudenträne lief uns über die Wangen“, postete der 37-jährige Krankenpfleger Markus Dangl, nachdem sie mit der Fähre von Afrika nach Gibraltar übergesetzt hatten.

Erste Tour von Alaska bis nach Argentinien

Sie waren keine Rad-Neulinge, denn schon 2007/2008 bezwangen sie die „Panamericana“ von Alaska bis Argentinien, aber diese Welttour - am 25. Juni hatten sie genau 60.000 Kilometer am Tachometer - war anstrengend und risikoreich; gesundheitlich und finanziell.

„Wir wollen auch etwas Gutes tun“

Aber sie machten es nicht nur, um sich damit etwas zu beweisen, sie wollten damit auch etwas bezwecken: „Auf unserer Panamericanafahrt, die unsere Hochzeitsreise war, haben wir Armut und Missstände in verschiedenen Ländern hautnah und ungeschminkt erlebt. Was für uns selbstverständlich ist, ist in anderen Teilen der Welt purer Luxus. Wir sprechen von ganz banalen Dingen wie fließendes Wasser, Strom, ein Dach über dem Kopf, genügend zu Essen. Somit haben wir uns überlegt, dass wir diese Weltreise nicht nur zum reinen Vergnügen machen, sondern auch etwas Gutes tun wollen“, erklären Heidi und Markus Dangl unisono.

Nach relativ kurzer Suche habe man eine Organisation gefunden, die ganz den Vorstellungen entspricht. „Leben braucht Wasser“ ist eine recht junge, österreichische Hilfsorganisation, die in Afrika Brunnen baut und somit langfristig vielen Menschen hilft.

„Mit unserer Reise wollen wir darauf aufmerksam machen, dass es nicht viel braucht, um etwas zu bewirken. Ein paar Euro zu spenden tut keinem von uns wirklich weh und bereitet andererseits an einem anderen Winkel der Welt große Freude“, sind Heidi und Markus Dangl überzeugt.

Treffpunkt ist im Regierungsviertel

Und nun kommen sie heim, dorthin, wo sie vor drei Jahren gestartet sind: Am Samstag, 23. Juli, beenden sie um 16 Uhr offiziell ihre Tour am Kirchenplatz.

„Wir kommen heim und laden alle zum Mitradeln ein. Die letzte Etappe startet vom Regierungsviertel in St. Pölten und führt in gemütlichem Tempo zwölf Kilometer entlang des Traisentalradweges nach Herzogenburg. Treffpunkt ist der Landhausplatz im Regierungsviertel um 14.30 Uhr. Jeder - ob Alt oder Jung - ist herzlich eingeladen. Wir freuen uns über jeden Radfahrer, der uns die letzten Kilometer begleitet. Danach gibt es einen kleinen Empfang am Kirchenplatz, wo natürlich auch alle Nichtradler ebenfalls herzlich willkommen sind“, blicken die beiden Globetrotter voraus.

Um sich ihren großen Traum erfüllen zu können, haben Heidi und Markus Dangl übrigens hart gearbeitet. Sie waren vier Jahre lang als Krankenpfleger in der Schweiz tätig.