Erstellt am 10. Mai 2016, 05:54

von Alex Erber

für Kremser Straße?“. Projektgegner Lindner betont, dass es von 25 Anrainernablehnende Stellungnahmen gegen die Erhöhung der Bauklasse gibt.

Das Projekt wäre startklar, doch Anrainer haben es beeinsprucht. Die Erhöhung der Bauklasse war und ist ihnen ein Dorn im Auge.  |  NOEN, Kopitz

Wie Johann Lechner beteuert auch ein weiterer Anrainer des geplanten City-Hotels, Tischlermeister Josef Lindner, dem Wiener Blatt „Falter“ keine „Informationen“ zugespielt zu haben. Aber Lindner, ein hartnäckiger Gegner des Projekts, wirft im Zuge der Berichterstattung rund um die Causa einige Fragen auf, die er an die NÖN übermittelt hat.

Lindner: „Die Gesamttransaktionssumme von 330.000 Euro ist zwar richtig, setzt sich aber aus 160.000 Euro laut Kaufvertrag und einem Mietvertrag für Parkplätze im Ausmaß von 170.000 Euro zusammen. Die Gemeinde erwarb die Grundstücke um 389.000 Euro. Ist ein Mietvertrag für Parkplätze ein Zahlungsmittel für einen Grundstückserwerb? Muss ein Grundeigentümer nicht normalerweise die für Verkehrsflächen benötigten Quadratmeter kostenlos an die Gemeinde abtreten? Investor Thomas Höhrhan wird aber sogar ein überhöhter Quadratmeterpreis im Kaufpreis abgegolten.“

Und: „Bekommt jeder, der vorgibt, investieren zu wollen, dies aber neun Jahre lang nicht schafft und letztendlich um 70 Prozent etwas Anderes plant, eine derartige Förderung?“

„Stellungnahmen nicht beachtet“

Wie berichtet gibt es die Causa „City-Hotel“ bereits seit dem Jahr 2008. Obwohl es seit diesem Zeitpunkt bis zum Einstieg der Wohnbaugenossenschaft Gedesag keine Finanzierung gegeben habe, habe die Gemeinde die Grundstücke für Thomas Höhrhan reserviert. Die Finanzierung durch die Gedesag sei laut Vorstandsdirektor Alfred Graf aber nur in der Bauklasse III möglich. Josef Lindner: „Gegen diese Festlegung, welche mittels Teilbebauungsplan ,Stadtkern Nord‘ beschlossen wurde, gibt es von 25 Anrainern ablehnende Stellungnahmen. Diese haben aber bei der Stadtregierung keinerlei Beachtung gefunden. Die Hintergründe liegen daher nicht nur im persönlichen Interesse einiger Projektgegner!“

Durch die Erweiterung der benötigten Bauklasse III für den Wohnungsbau würden das Orts(Stadt)bild zerstört und weitere Park- und Verkehrsprobleme geschaffen.

Die Bauverhandlung im Juni 2015 habe wegen fehlender Gutachten (Ortsbild, Verkehr, Emissionen) unterbrochen werden müssen. Die Gutachten sollten bis spätestens Ende August 2015 von Höhrhan vorgelegt werden. Lindner: „Diese Gutachten liegen laut Auskunft der Gemeinde jedoch bis heute nicht vor.“

„Haben nichts gegen die Bauklasse II“

Die östlichen Nachbarn betonen neuerlich, dass sie einem Projekt in der Bauklasse II mit einer dem Ortsbild angepassten Bauform und einer praxistauglichen Lösung der Verkehrs- und Parkprobleme durchaus positiv gegenüber stehen. Josef Lindner: „Bürgermeister Franz Zwicker betont immer wieder, dass bei der Neuerrichtung des Rathauses höchste Priorität besteht, dass es sich harmonisch in das Stadtbild einfügt. Gilt das für die Kremser Straße nicht?“

Abschließend hält Lindner fest, dass vor der „Ära“ von Investor Thomas Höhrhan über Generationen hinweg ein mehr als freundschaftliches Verhältnis zwischen den Familien Spitzendobler-Villarmé und den Anrainern geherrscht habe.