Erstellt am 30. November 2015, 07:59

von Günther Schwab

Einstimmigkeit, aber keine Einhelligkeit. Grünes Licht für Nachtragsvoranschlag, aber deutlich mehr Emotionen gab es rund um den geplanten Kindergarten-Zubau in Nussdorf.

Heinz Grün (SP): »Ich rechne auch heuer mit einem deutlichen Überschuss.« Walter Pernikl (VP): »Nachtragsvoranschlag wäre gar nicht nötig gewesen.«  |  NOEN, privat

Die jüngste Gemeinderatssitzung fand in einem konsensualen Klima statt, sodass bei sämtlichen Punkten eine einstimmige Beschlussfassung erfolgte. Von Einhelligkeit konnte aber keine Rede sein.

„Im Nachtragsvoranschlag 2015 gab es letztlich nur kleinere Umschichtungen und Anpassungen zur aktuellen Budgetentwicklung im ordentlichen Haushalt. Durch die Übertragung der Überschüsse aus dem Jahr 2014 wurden die Summen in den beiden Haushalten deutlich erhöht“, erklärte der für Finanzen zuständige geschäftsführende Gemeinderat Heinz Grün (SP).

Weiters: „Die ursprünglich geplante Kreditaufnahme für die Generalsanierung der Turnhalle in der Höhe von rund 140.000 Euro war aufgrund der günstigen Finanzentwicklung nicht notwendig. Durch die Überschüsse aus dem Vorjahr konnten wir die Zuführung an den außerordentlichen Haushalt deutlich erhöhen.“

Weiterhin stattliche freie Finanzspitze

Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich auch für das kommende Haushaltsjahr ab. „Auch heuer sollte die Marktgemeinde Nussdorf einen deutlichen Überschuss erzielen können, wodurch wir auch weiterhin über eine stattliche freie Finanzspitze verfügen sollten“, so „Finanzchef“ Heinz Grün.

Seitens der VP wurde dem Nachtragsvoranschlag ohne längere Diskussion zugestimmt. „Ein Nachtragsvoranschlag wäre dieses Jahr nicht notwendig gewesen, da keine unvorhergesehenen Projekte umgesetzt wurden. Daher dient er lediglich einer Korrektur, damit der Rechnungsabschluss wieder besser aussieht“, meinte geschäftsführender Gemeinderat Walter Pernikl zur Erstellung des Nachtragsvoranschlages.

„Notwendiger Zubau ist eine
Bestätigung unserer damaligen
Forderung nach einem Neubau!“
Walter Pernikl, VP

Deutlich mehr Emotion trat beim Tagesordnungspunkt „Errichtung einer vierten Kindergartengruppe/Tagesbetreuungsstätte“ zutage, wo es einen Grundsatzbeschluss zu dieser Thematik zu beschließen galt. Aufgrund der steigenden Nachfrage von Kindergartenplätzen wird man im September 2016 mit dem derzeitigen Angebot eines dreigruppigen Kindergartens nicht mehr das Auslangen finden. Somit wird die Errichtung einer vierten Gruppe, die in den Räumlichkeiten der ehemaligen Raika-Geschäftsstelle (Teil des Amtsgebäudes) untergebracht werden soll, unausweichlich. Ersten Kostenschätzungen zufolge ist mit rund 250.000 Euro an Umbau- und Adaptierungskosten zu rechnen.

Im Jahr 2009 wurde der bestehende Kindergarten erweitert. Bereits im Vorfeld der damaligen Erweiterung hatte die VP für einen Neubau des Kindergartens in der Nähe der Volksschule plädiert. Dieser Meinungsunterschied hat mehrfach zu heftigen Diskussionen geführt.

„Förderung von 70 bis 75 Prozent“

Die Diskrepanz von damals schlug bei der jüngsten Gemeinderatssitzung neuerlich etwas durch.

„Angesichts des vor wenigen Jahren durchgeführten Umbaus des Kindergartens ist der nun notwendige Zubau eine Bestätigung unserer damaligen Forderung eines Neubaus im Turnhallenbereich, der mit 70 bis 75 Prozent vom Land gefördert worden wäre“, so geschäftsführender Gemeinderat Walter Pernikl dazu. Aus seiner Sicht wäre ein Neubau weitaus zukunftsorientierter gewesen. „Dennoch sind wir froh, dass vor allem die Erweiterung des Spielplatzes nun endlich zügig vorangeht und auch bezüglich Zubau trotz mangelnder Alternativen eine zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte“, ergänzte der zuständige Ausschussobmann geschäftsführender Gemeinderat Reinhard Loth (VP).

Seitens der SP wurde die Vorgehensweise von damals nochmals verteidigt und vor allem die deutlichen Mehrkosten bei einem Neubau ins Treffen geführt.

Nach eingehender Debatte wurde der Grundsatzbeschluss zur Errichtung einer vierten Kindergartengruppe einstimmig beschlossen.