Erstellt am 10. November 2015, 05:02

von Hans Kopitz

Geriatriezentrum hat als Lager ausgedient. Insgesamt waren 878 Flüchtlinge in St. Andrä untergebracht. Die Bevölkerung unterstützte die Schutzsuchenden.

Ursula Singer, Erich und Herta Bugl, Katharina Singer und Barbara Macourek (von links) mit den zwei Emmaus-Mitarbeitern aus Lilienfeld, die mit dem Lkw die restliche Kleidung abholten  |  NOEN, Hans Kopitz

Mit Ende Oktober haben die letzten Flüchtlinge das Geriatriezentrum verlassen, das einen Monat lang als Transitlager diente. Laut Auskunft des Arbeiter-Samariterbundes wird das Geriatriezentrum künftig nicht mehr als Transitlager genutzt, da auch der klinische Betrieb bereits durch den Wiener Krankenanstalten-Verbund eingestellt wurde.

Am 29. September sind die ersten Flüchtlinge angekommen. Insgesamt waren dann 878 Menschen im Geriatriezentrum untergebracht. Männer, Frauen und Kinder haben hier für 48 Stunden ihre Ruhe gefunden, bevor sie mit Bussen weiter transportiert wurden. Der Arbeiter-Samariterbund kümmerte sich um die Betreuung, freiwillige Helfer aus St. Andrä und Umgebung halfen bei der Essensausgabe, der Sortierung der Bekleidung und der Reinigung der Räume. „Sonst wäre das Ganze gar nicht machbar gewesen. Egal, wie man zu den Flüchtlingen steht, man darf vor allem die Menschlichkeit nicht vergessen“, so Herta Bugl, die damit den freiwilligen Helfern aus der Seele sprach.

Gemeindebürger sammelten Kleidung

Insgesamt gab es sieben Gruppentransporte mit 67 bis 164 Personen, die hier für zwei Tage wohnten. Nach jedem Transport mussten die Räume gereinigt und desinfiziert werden, damit sich keine Seuchen ausbreiten konnten.

Viele Gemeindebürger haben Bekleidung gesammelt, denn ein Teil der Flüchtlinge war auf wärmeres Wetter eingestellt. Die Kleidung wurden den Menschen im Geriatriezentrum zur Verfügung gestellt, aber auch von Familie Singer gemeinsam mit Zelten und Rucksäcken in die Lager nach St. Pölten und Wien gebracht.

Ein Teil der übrig gebliebenen Bekleidung – rund 60 Schachteln und zahlreiche Säcke voll, die bei Privatfamilien und im Pfarrstadl gelagert waren, hat die Emmaus-Gemeinschaft Lilienfeld abgeholt, die sie in ein Durchzugslager nach Bulgarien bringt. Bestimmte Bekleidung – wie Trachtenanzüge oder Dirndlkleider – bleibt bei Emmaus und findet bei Flohmärkten Verwendung.