Erstellt am 09. Februar 2016, 06:03

von Birgit Kindler

Gottfried Krammel legt sein Amt zurück. Der Ortschef geht nach 35 Jahren in der Politik in Pension. Vizebürgermeisterin Karin Gorenzel soll ihm folgen.

Elf Jahre war Gottfried Krammel Bürgermeister - jetzt legt er sein Amt zurück.  |  NOEN, Heumesser

Paukenschlag in Wölbling: Gottfried Krammel wird als Bürgermeister zurücktreten -

. „Ja, es stimmt, ich werde Ende März mein Amt zurücklegen“, bestätigt SP-Bürgermeister Gottfried Krammel gegenüber der NÖN. Ab April werde er nicht mehr die Geschicke der Marktgemeinde lenken.

Mit dem Gedanken zurückzutreten spielte Krammel schon seit Oktober, als die Wahlen in Oberösterreich und Wien stattfanden. „Da haben Politikwissenschaftler die Frage aufgeworfen, warum sich Michael Häupl und Josef Pühringer das Amt in ihrem Alter überhaupt noch antun.“ Damals habe es bei ihm „Klick“ gemacht. „Ich dachte, ich bin nur zwei Jahre jünger als Häupl und Pühringer.“ Wenn er jetzt zurücktreten würde, sei er bei seinem Rücktritt wenigstens jünger als die beiden. Besprochen habe er seine Vorgehensweise bisher nur mit der Fraktion, „aber natürlich ist schon was nach außen gedrungen.“

„Ich wollte etwas für die Allgemeinheit bewegen“

Krammel wird heuer 65 Jahre alt, er war 35 Jahre lang im Gemeinderat tätig, fünf Jahre hatte er das Amt des Vizebürgermeisters inne, elf Jahre leitete er als Bürgermeister die Geschicke des Ortes. „Ich wollte etwas für die Allgemeinheit bewegen“, gibt Krammel als Grund an, warum er in die Politik gegangen ist. Während seiner Zeit im Gemeinderat habe er alles erlebt, 15 Jahre in der Opposition, zehn Jahre Koalitionsregierung mit der VP und seit elf Jahren eine SP-Mehrheitsregierung. „Natürlich war die Alleinregierung am angenehmesten, aber auch am arbeitsintensivsten“, sagt Krammel.

Hauptprojekt während seiner Zeit sei die Abwasserbeseitigung gewesen. „2005 haben wir mit dem Bau begonnen, nach neun Jahren wurde das Projekt fertiggestellt.“ Dass Krammel nach seinem Rücktritt etwas fehlen wird, glaubt er nicht: „Ich werde die Ruhe und meine Familie genießen“, so Krammel, der sich ganz aus der Gemeindepolitik zurückziehen wird.

Bürger überrascht

Jene Bürger, die vom Rücktritt gehört hätten, seien zwar überrascht gewesen, meinten aber, „dass ich es nach 35 Jahren verdient habe, in Pension zu gehen.“

Krammels Nachfolgerin soll SP-Vizebürgermeisterin Karin Gorenzel werden. Abgestimmt wird darüber zwar erst im April, aber es sollte ein leichtes Unterfangen werden, sie zur Bürgermeisterin zu wählen, schließlich hält die SP die Mehrheit.

Gorenzel kann sich grundsätzlich vorstellen, das Amt zu übernehmen, „um Wölbling als lebenswerte Gemeinde für alle Generationen zu erhalten.“ Gorenzel wird heuer 40, sie arbeitet als Kleinkindpädagogin. „Wenn ich Bürgermeisterin werde, werde ich aber sicher Stunden reduzieren“, meint die künftige Ortschefin.