Erstellt am 14. Oktober 2015, 05:32

von Hans Kopitz

"Haben Sie bitte noch einen langen Atem!". Flüchtlingskrise stand auch bei Jahreshauptversammlung im Vordergrund. Herzogenburg war bei zwölf Transit-Einsätzen dabei.

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Neben den zahlreichen Ehrungen und Beförderungen stand bei der Jahreshauptversammlung des Roten Kreuzes natürlich auch die aktuelle Flüchtlingssituation im Vordergrund, denn neben ihrem normalen Dienstbetrieb mit den zahlreichen Rettungseinsätzen haben die Herzogenburger Mitarbeiter an zwölf Transit-Einsätzen teilgenommen und dabei 691 Arbeitsstunden geleistet.

In Nickelsdorf benötigten die Flüchtlinge - die fast alle nach Deutschland weiterreisten - Sanitätshilfestellung, es gab Zugsbegleitungen von Nickelsdorf über Wien nach Salzburg, Akutbetreuung in Ober-Grafendorf und Mithilfe bei Transitquartieren in St. Pölten und Tulln.

Dank an Kollegen für Einsatz

Bezirksstellenleiter Michael Prunbauer dankte allen Kollegen für die Bereitschaft, für die Einsätze und für die Aufrechterhaltung des normalen Dienstbetriebes - und entschuldigte sich für das Aufwecken in der Nacht.

Groß war die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung, als im Juli ein österreichweiter Hilfseinsatz des Roten Kreuzes gestartet ist, um den rund 2.200 Menschen, die in Traiskirchen im Freien übernachtet hatten, ein Dach über dem Kopf zu geben. Bei der Herzogenburger Bezirksrettungsstelle wurden der Schulungs- und Jugendraum adaptiert und Anfang August sind dort zwei Familien mit zwölf Personen aus Kirgisien und Afghanistan eingezogen. Von den Herzogenburgern wurden Kleider und Gutscheine gespendet und von freiwilligen Helfern ein regelmäßiger Deutschunterricht angeboten. Dieser wurde sehr gut angenommen, sodass alle Kinder inzwischen die Schule besuchen können.

„Die Bevölkerung hat uns wieder großzügig unterstützt!“Michael Prunbauer, Bezirksstellenleiter

Sehr positiv war der Rechnungsabschluss, nachdem es ein Jahr zuvor 23.400 Euro Abgang gegeben hatte. Für heuer ist man zuversichtlich, das Jahr ebenfalls positiv abschließen zu können. Wichtige Veranstaltungen, die die Kassa immer wieder aufbessern, sind der Ball - für die Organisation erhielt Martina Tscherny einen Riesenapplaus -, der Wölblinger Bauernmarkt und die Fahrzeugsegnungen.

„Die Bevölkerung hat uns wieder sehr großzügig unterstützt und so auch die Anschaffung neuer Rettungsfahrzeuge ermöglicht“, so Prunbauer.

Nach einer kurzen Diashow über die getätigten Einsätze im abgelaufenen Jahr gab es Beförderungen und Auszeichnungen, sowie die Ansprachen der Ehrengäste. Feuerwehrkommandant Rudi Singer gratulierte den Ausgezeichneten und hob die gute Zusammenarbeit hervor.

„Gratulation zum erfreulichen Budget“

Bürgermeister Franz Zwicker dankte im Namen der Bevölkerung für die erbrachten Leistungen und gratulierte zu dem erfreulichen Budget.

Barbara Stöger von der Bezirkshauptmannschaft St. Pölten und Landtagsabgeordnete Doris Schmidl dankten für den Katastrophendienst und vor allem den Mitarbeitern, die für andere Menschen immer wieder ihre Freizeit zur Verfügung stellen. „Der Slogan des Roten Kreuzes: ,Aus Liebe zum Menschen‘ ist keine leere Floskel“, so Stöger. Landtagsabgeordnete Schmidl appellierte in Anbetracht der noch kommenden Herausforderungen: „Haben Sie bitte noch einen langen Atem und unterstützen Sie weiter so tatkräftig ihre Organisation.“