Erstellt am 09. März 2016, 14:24

von Hans Kopitz und Alex Erber

Haiden-Ausstellung? SP gibt sich reserviert. VP möchte an den ehemaligen Hauptschuldirektor, Maler und Union-Funktionär erinnern. Das stößt nicht unbedingt auf Gegenliebe.

Ingeborg Hörzenberger-Haiden, selbst künstlerisch tätig, mit einem Gemälde ihres Vaters, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre  |  NOEN, Kopitz

"Hält zusammen, Turner, Sportler - wir sind die neue Zeit . . ." hieß ein Lied der Sportunion aus den 50er- und 60- Jahren. In der dritten Strophe hieß es dann „...der Meister geht voran und weist der frohen Jugend den Weg zum Sieg hinan.“

So ein Meister war auch Oberschulrat Fritz Haiden, der heuer im Februar seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Seine Tochter wünscht sich deshalb eine Ausstellung, die SP zeigt sich reserviert.

Haiden war Union-Landesjugendwart, Kursleiter, Präsident des NÖ Fachverbandes für Turnen - von 1972 bis 1986 - und hatte hohe Funktionen in der Bundes-Union inne. Im Rahmen der 60-Jahr-Feier seines Vereines - der Sport-Union Herzogenburg - feierte er am 13. Februar 2006 im Festsaal des Stiftes seinen 90. Geburtstag. Turnerinnen und Turner aus verschiedenen Generationen gratulierten dem Jubilar; allen voran damalige Präsidentin der Sportunion Österreich, Bundesministerin Liese Prokop.

Am Aufbau der Sportunion Herzogenburg beteiligt

Fritz Haiden war maßgeblich am Aufbau der Sportunion Herzogenburg beteiligt, wo er nicht nur am Turnboden zu finden war, sondern auch viele Jahre als Obmann des Vereines zur Entwicklung beigetragen hat. Als Bundeskursleiter der Sportunion Österreich gingen unzählige junge Menschen durch seine Hände. Als Lehrer und Direktor der Herzogenburg Hauptschule hat Haiden zahlreiche junge Menschen zu einem sportlich aktiven Leben beeinflusst und begleitet.

20 Jahre war er Gemeinde- beziehungsweise Stadtrat und es war es ihm gegönnt, bis ins hohe Alter in geistiger und körperlicher Gesundheit in Sport, Musik, Kultur und Kunst aktiv zu sein, ehe er am Pfingstsonntag 2008 im 93. Lebensjahr verstarb.

Da der ehemalige Hauptschuldirektor auch ein begnadeter Maler war und zahlreiche Werke hinterlassen hat, hat VP-Stadtrat Erich Hauptmann bei der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgeschlagen, Fritz Haiden eine Ausstellung zu widmen. Alles nur eine Frage des Ortes? Das Kulturzentrum Reitherhaus steht bedingt durch den Rathausneubau für rund eineinhalb Jahre für Ausstellungen nicht zur Verfügung, doch Stadtpfarrer Mauritius Lenz würde dafür das Pfarrzentrum St. Stephan zur Verfügung stellen.

SP ist von der Idee nicht überzeugt

„Es ist noch alles offen, wir werden sehen. Leider sind wir momentan durch die vielen Sachen, die wegen der Übersiedelung ausgemustert und neu sortiert werden müssen, etwas im Stress, denn wir haben ja im Reitherhaus weniger Platz zur Verfügung“, so SP-Bürgermeister Franz Zwicker.

Sein Stellvertreter Christoph Artner warnt vor einem Präzedenzfall: „Auch andere verdiente Personen haben Geburts- beziehungsweise Todestage. Man kann nicht alle mit Ausstellungen würdigen.“

Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer ergänzte: „Nicht auszudenken, wenn wir da jemand vergessen würden. In Herzogenburg gibt schließlich viele große Persönlichkeiten, die Hervorragendes geleistet haben.“