Erstellt am 07. Februar 2018, 05:49

von Claudia Stöcklöcker

Party in Fugging blieb in den Fugen. Security-Mitarbeiter beförderte einen Gast ins Freie. Dieser erstattete dann Anzeige.

Bei der „Hangover Night Fugging“ soll ein Security-Mann einem Teenager beim Rausschmiss einen Finger gebrochen haben. Von schwerer Körperverletzung sprach ihn ein Richter frei.  |  NOEN, Archiv/Thomas Heumesser

Mit einer schweren Anschuldigung sah sich ein Security-Mitarbeiter in einem Prozess am Landesgericht konfrontiert. Bei der „Hangover Night Fugging“ im Juli 2017 soll der 49-Jährige laut Anklagebehörde einen Gast unsanft behandelt haben. Schwere Körperverletzung wird nun vorgeworfen.

Ob der 49-Jährige einem 16-Jährigen den Finger gebrochen hat? Das verneinte dieser bereits am ersten Prozesstag. „Ich habe ihn vom Festgelände hinausbegleitet, weil er mit Zigarettenstummeln herumgeschossen hat, und habe ihm weiteren Zutritt untersagt“, wies der Angeklagte Schuld von sich.

„Zu hundert Prozent sicher“, war sich das mutmaßliche Opfer über die Täterschaft des Security-Mitarbeiters und belastete diesen, ihn gegen einen Stahlpfeiler gestoßen zu haben.

Der Richter vertagte, um Zeugen zu befragen. In der Vorwoche wurde der Prozess fortgesetzt und die Zeugen entlasteten den Angeklagten. „Sie waren glaubwürdig und der 16-Jährige bei dem Fest sehr stark alkoholisiert. Seine Verletzung kann dem Angeklagten nicht zugewiesen werden“, kam der Richter zum Schluss und sprach den 49-Jährigen frei.