Herzogenburg

Erstellt am 20. April 2017, 19:13

von Claudia Stöcklöcker

Aus Langeweile "ins Kriminal": „Jetzt denk’ ich nach“. Schulabbrecher war langweilig. Ein Maisfeld zerstörte er und erleichterte einen Freund um Bares. Das Urteil: vier Monate bedingt.

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Fad schien einem 18-Jährigen aus Herzogenburg gewesen zu sein. Nachdem er die Schule abgebrochen hatte, schlitterte er ins Kriminal und sitzt nun als Angeklagter vorm Richter. Sachbeschädigung, Betrug, Veruntreuung und Körperverletzung werden ihm vorgeworfen im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Mitten in einem Kukuruzfeld rodete der Teenager rund 300 Quadratmeter, um sich dort als illegaler Gärtner zu üben. In den Genuss des Marihuanas kam der Bursche aber nicht, ein Landwirt entdeckte die Plantage, entsorgte das Kraut und erstattete dann Anzeige wegen Sachbeschädigung. Im Prozess gibt der 18-Jährige zu, das Maisfeld zerstört zu haben.

„Ich habe das Geld beim Schalter bekommen, einen Ausweis hat niemand von mir verlangt.“18-Jähriger behob mit fremder Bankomatkarte Bares.

Weil ein Freund dem Angeklagten Bares schuldete, behob dieser gleich ein Vielfaches unerlaubt mit dessen Bankomatkarte. „Ich habe das Geld beim Schalter bekommen, einen Ausweis hat niemand von mir verlangt“, erklärt er dazu.

Fäuste sprechen haben lassen soll der Jugendliche bei einem Disput und ein Handy soll er sich ausgeborgt und nicht zurückgegeben haben. Dazu ist er nicht geständig. Die Fakten Körperverletzung und Veruntreuung schließt der Richter somit aus. „Da braucht man viele Zeugen, und die werde ich alle ausforschen lassen“, sagt er und kommt zum Schluss.

Das letzte Wort des Angeklagten? „Jetzt denk’ ich mehr drüber nach, was ich mache“, sagt er vorm Richter und gelobt, sich zu bessern. Für den Jugendlichen setzt es vier Monate bedingt. Weiters muss er zu einer Suchtberatung und ein Bewährungshelfer wird zur Seite gestellt. Nicht rechtskräftig.