Herzogenburg

Erstellt am 02. August 2016, 05:52

von Claudia Stöcklöcker

Bedingte Strafe für betrügerische Krida. Gescheiterte Unternehmerin verheimlichte Vermögen und steckte Umsätze in die eigene Tasche. Richter glaubte ihr kein Wort.

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„Es tut mir wirklich sehr leid. Mir war nicht bewusst, dass ich Unrechtes mache“, beteuert eine gescheiterte Herzogenburger Unternehmerin. Sie sitzt wegen betrügerischer Krida vor dem Richter.

Am ersten Prozesstag leugnete die 27-Jährige,, einem Masseverwalter gegenüber 3.900 Euro Vermögen verheimlicht zu haben. „Er hat gesagt, dass ich mir Geld nehmen darf“, erklärte sie.

Vertagt wurde der Prozess damals zur Einvernahme einer ehemaligen Mitarbeiterin der 27-Jährigen. Sie belastet die Ex-Chefin: „Vom Konkursverfahren habe ich aus einer Zeitung erfahren. Ich habe die Angeklagte angesprochen. Sie hat mir versichert, dass das alles nicht stimme“, erzählt diese Zeugin.

Geld aus der Handkasse genommen

Umsätze habe die Angeklagte, so die Zeugin weiters, in die eigene Tasche gesteckt: „Sie hat Kunden, die bezahlt haben, aus der Datei gestrichen und Geld aus der Handkasse genommen. Zwischen uns hat es Reibereien wegen dem Trinkgeld gegeben.“

An der Version der Angeklagten zweifelt der Staatsanwalt. „Ich halte es für völlig ausgeschlossen, dass der Masseverwalter nicht erklärt hat, was mit den Umsätzen zu geschehen hat!“

Der Richter sieht das genauso. „Ich glaube Ihnen schlicht nicht“, sagt er zur Angeklagten. Urteil: 15 Monate bedingte Haftstrafe (nicht rechtskräftig).