Herzogenburg

Erstellt am 17. November 2017, 13:36

von Hans Kopitz

"Boys Day" soll Rollenklischees aufbrechen. Mittelschüler informierten sich im Martinsheim über die Arbeit der Pflegekräfte.

Florian Wallner versucht hier mit Michaela Pürkfellner, einen abwechslungsreichen Essensplan zu erstellen.  |  NOEN

Die langfristigen Ziele des „Boys‘ Day“, der vergangenen Donnerstag österreichweit über die Bühne ging, haben eine große gesellschaftliche Relevanz.

Es geht darum, mehr Männer in frauentypische Berufe zu bringen, gesellschaftliche Rollenklischees aufzubrechen, das Image der sozialen Berufe in der Gesellschaft zu verbessern – und Burschen auf dem Weg ihrer Entwicklung zu positiver männlicher Identität zu unterstützen. Die Berufsgruppen Pflege und Erziehung sind hierzulande mit über 70 Prozent momentan noch ein klar weiblich dominierter Bereich.

Beim Boys‘ Day lernen Burschen ab dem zwölften Lebensjahr beziehungsweise der siebenten Schulstufe soziale Berufe kennen. Der Wandel des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes eröffnet auch für Burschen neue Chancen jenseits einer geschlechterstereotypen Berufswahl.

Über 350 soziale Einrichtungen öffneten österreichweit ihre Türen, darunter auch das Martinsheim am Schillerring, um den jungen Teilnehmern die Tätigkeitsbereiche von sozialen, pflegerischen und pädagogischen Berufen näher zu bringen und die Potenziale und Fähigkeiten der männlichen Jugendlichen deutlicher sichtbar zu machen.

Fünf Jugendliche zeigten Interesse

Heuer nahmen 26 Burschen aus allen 3. Klassen der Neuen Mittelschule am „Boys‘ Day“ teil und besuchten von 9 bis 12 Uhr gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Dagmar Preiss und Nadine Kerndler das Heim, um einen Einblick in den nicht immer leichten Dienst der Pflegekräfte zu nehmen. Benjamin Fandl, Brigitte Vanek und Pflegedirektorin Angela Haas zeigten den Jugendlichen, was sie erwartet, sollte sich einer von ihnen für den Pflegeberuf entscheiden. Noch haben sie ja mindestens zwei Jahre Zeit, aber ein Anfang ist gemacht und fünf Jugendliche zeigten durchaus Interesse für diesen Beruf.