Herzogenburg

Erstellt am 05. Juli 2016, 18:12

von Claudia Stöcklöcker

„Ich wusste nicht, was Konkurs heißt“. Marode Unternehmerin soll Masseverwalter Bares verheimlicht haben. Nun sitzt sie vor Richter.

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„Es stimmt, dass ich Geld aus der Kasse genommen habe, mir war aber nicht klar, dass ich das nicht darf. Und ich wusste nicht, was Konkurs heißt“, sagt eine gescheiterte Unternehmerin aus Herzogenburg vor dem Richter.

Nach der Insolvenzeröffnung soll die 27-Jährige Vermögenswerte einem Masseverwalter verheimlicht haben, wegen betrügerischer Krida sitzt sie nun auf der Anklagebank. „Für das Geschäft habe ich eingekauft, Geld zum Leben gebraucht. Der Masseverwalter hat gesagt, dass ich mir das nehmen darf“, beteuert sie unter Tränen, nichts Böses im Sinn gehabt zu haben. Und fügt hinzu: „Ich habe mich mit dem Masseverwalter nicht gut verstanden.“ Geschätzte 3.700 Euro Umsatz soll die 27-Jährige laut Masseverwalter eingesackt haben.

„Das ist für mich das erste Mal, dass jemand nicht versteht, dass man den Umsatz auf das Massekonto einzahlen muss. Sie hat Geld nur schleppend überwiesen“, wettert der Masseverwalter. Und: „Wenn es keinen Gewinn gibt, kann man auch keinen Geschäftsführerbezug entnehmen. Die Angeklagte wusste, dass sie nichts kaufen durfte, ohne mich vorher zu fragen.“

Zu dem von ihm geschätzten Umsatz sagt die 27-Jährige: „Der war gar nicht so hoch. In einem Monat habe ich nur 180 Euro eingenommen.“ Eine ehemalige Mitarbeiterin der Angeklagten muss nun in den Zeugenstand. Prozess auf unbestimmte Zeit vertagt.