Herzogenburg

Erstellt am 04. Juli 2017, 05:16

von Alex Erber

Schafraneks Plädoyer für Hundeauslaufzone. SP-Gemeinderat setzte sich leidenschaftlich für Frauerl, Herrl und Vierbeiner ein. Doch er muss sich weiterhin in Geduld üben.

„Herzogenburg, eine Stadt mit Lebensqualität, das sollte auch für Hunde und Hundebesitzer gelten. Automatisch verbessert sich dann auch die Lebensqualität für Nichthundebesitzer“, da sind sich die Gemeinderäte Hermann Feiwickl von „Blüh“ (rechts) und Ernst Schafranek (SP) einig.
 
 |  Hans Kopitz

In seinem unnachgiebigen Kampf um eine Hundeauslaufzone hat Gemeinderat Hermann Feiwickl von der Liste „Blüh“ jetzt einen Mitstreiter bekommen. SP-Mandatar Ernst Schafranek hielt bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates ein leidenschaftliches Plädoyer für eine solche Zone.

Zunächst erläuterte SP-Bürgermeister Franz Zwicker, dass es ein positives Gutachten des Amtstierarztes zur grundsätzlichen Errichtung einer solchen Zone gibt. Jedoch: Notwendig seien ein zwei Meter hoher Zaun, eine Toranlage und ein Wasseranschluss. Zwicker bezifferte die Gesamtkosten mit rund 30.000 Euro und teilte mit, dass eine Hundeauslaufzone im Stadtrat abgelehnt worden sei: „Einerseits aus Kostengründen, andererseits sind mögliche rechtliche Folgen im Schadensfall ungeklärt.“

 Denkwürdiger Appell von Ernst Schafranek

 „Eine solche Zone ist unbedingt notwendig“, beharrte „Blüh“-Mandatar Hermann Feiwickl und schlug als Standort neuerlich ein Areal gegenüber der Lidl-Filiale vor. Stadtchef Zwicker konterte: „Die Errichtung einer solchen Zone ist ja nicht für immer und ewig abgelehnt. Im heurigen Jahr kommt sie nicht, dann muss man weiterreden.“

Und: „Dein Standort ist aufgrund der neuralgischen Lage nicht günstig.“ Es folgte der denkwürdige Appell von Ernst Schafranek: „Wir sollten überlegen, ob wir nicht 17.000 Euro ins Budget nehmen. Eine Hundeauslaufzone ist für soziale Kontakte wichtig. Menschen brauchen diese Kontakte, Hunde ebenso. 2016 hat die Stadt 17.000 Euro an Hundesteuer eingenommen, es gibt 800 Hundehalter. Man nie etwas für die Hundebesitzer gemacht.“

„Hunde haben in meiner Fraktion keine Lobby“

Der Mandatar erkannte den aufkeimenden Unmut des Bürgermeisters: „Bitte, schüttle jetzt nicht den Kopf, Franz!“
Schafranek war noch nicht fertig: „Ich habe mich leider in meiner Fraktion nicht durchsetzen können, Hunde haben in meiner Fraktion keine Lobby!“

Gleichzeitig verwies er auf ein gelungenes Beispiel einer solchen Zone in Radlberg. SP-Stadtrat Franz Mrskos wandte ein, dass es in der SP-Fraktion fünf Hundebesitzer gibt, die Vierbeiner sehr wohl eine starke Lobby haben. Und Bürgermeister Franz Zwicker legte nach: „Ich kann das so nicht stehen lassen. Ein einziger Hundesackerl-Standort kostet die Stadt 1.000 Euro!“

Hermann Feiwickl nahm einen letzten Anlauf: „Es gibt Studien, wonach in Gemeinden mit Hundeauslaufzonen Zahl der Hundeattacken um fünf bis zehn Prozent geringer ist als in Kommunen ohne Zone.“

Bei der Abstimmung stimmte Ernst Schafranek aus Parteiräson gegen die Errichtung einer Hundeauslaufzone, ebenso wie alle anderen Mandatare außer Hermann Feiwickl (für die Zone) und FP-Stadtrat Wolfgang Schatzl (Stimmenthaltung).

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