Herzogenburg

Erstellt am 30. August 2016, 05:30

von Alex Erber und Hans Kopitz

Schlachtabfälle sind ein riesiges Ärgernis. In Unterwinden gibt es eine Box zur Sammlung von toten Haus- und Wildtieren. Sie wird aber regelmäßig missbraucht.

„Bitte sauber halten, der Nächste könnte einen leichten Magen haben“, kann man an der Sammelbox für Tierkörperbeseitigung in Unterwinden lesen. Was nicht immer gelangt, denn Schlachtabfälle verstopfen die Box immer wieder.  |  NOEN, Kopitz

Die Katze hat einen totel Vogel auf der Terrasse platziert? Ein Igel hat den Zusammenprall mit einem Auto nicht überlebt? Traurig, aber zumindest die Beseitigung ist kein Problem. Denn in Zusammenarbeit mit der Gesundheitsabteilung des Landes NÖ – die auch den Container zur Verfügung gestellt hat – und dem Abfallverband wurde beim Altstoffsammelzentrum in Unterwinden eine Sammelbox aufgestellt. Dort ist die kostenlose Abgabemöglichkeit für tote Haustiere, tödlich verletzte Wildtiere und tierische Abfälle aus privaten Haushalten rund um die Uhr möglich.

Gewerbliche Betriebe wie Schlacht- oder Heurigenbetriebe und Direktvermarkter müssen alle Schlachtabfälle nachweislich laut Tiermaterialien-Gesetz selbstständig über ein befugtes Entsorgungsunternehmen beseitigen. „Dass das jedoch nicht ganz klappt, zeigt der Umstand, dass die Box bereits einige Male mit Schlachtabfällen bis zum Rand angefüllt wurde“, berichtete SP-Bürgermeister Franz Zwicker den entsetzten Gemeinderäten im Zuge der jüngsten Sitzung.

Container muss rund um die Uhr zugänglich sein

Sofort setzte eine Debatte ein, wie man diesen Container-Missbrauch vermeiden kann. Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer stellte zunächst klar, dass an der Beteiligung des Landes die Voraussetzung gebunden war, dass der Container rund um die Uhr zugänglich ist. Das ist der Grund, dass er sich nicht auf dem versperrten Gelände, sondern vor dem Tor befindet. Dort gibt es allerdings keine Kontrollmöglichkeit.

„Installieren wir eine Wildtierkamera“, schlug FP-Stadtrat Martin Hinteregger vor. „Ist strengstens verboten“, klärte ihn VP-Gemeinderat Erich Huber-Günsthofer aus.

Mit einem originellen Vorschlag wartete auch FP-Neo-Gemeinderätin Birgit Pradl auf. „Machen wir doch die Öffnungsluke kleiner“, meint sie im Ernst. „Da werden aber die Besitzer von kleinen Haustieren schön schauen, wenn sie ihre toten Tiere auch noch zerlegen müssten“, warf abermals Erich Hubert-Günsthofer ein.

„Bitte halten Sie sich an die Gesetze“

Das Problem wird schwer lösbar sein, es sei denn, es wird ein Übeltäter auf frischer Tat ertappt. Stadtchef Franz Zwicker appellierte daher an die Bevölkerung, sich „an die Gesetze zu halten.“

Übrigens: Für die Beseitigung von größeren toten Heimtieren, deren Einwurf aufgrund ihrer Größe in die Sammelbox nicht möglich ist (die Öffnung ist 40 Mal 35 Zentimeter groß), kann man auch eine Direktabholung bei der Stadtgemeinde unter 02782/83315-77 melden.