Erstellt am 14. September 2015, 15:01

von Hans Kopitz

Im Dienst der Schönheit. Ältestes Herzogenburger Geschäft in Familienhand besteht seit 111 Jahren. Verändert hat sich bei Frisör Schwankhart der Name, nicht aber die Freude an der Arbeit mit den Kunden.

Heute arbeiten neben Chefin Claudia auch Andrea Pfeil, Renate Stetina und Birgit Aschauer (von rechts), die sich in den Dienst der Schönheit stellen. Mit dem Jubiläum dürfte der Salon gemeinsam mit dem Fotostudio Höfinger das älteste Herzogenburger Geschäft in Familienhand sein, denn auch Marius Höfinger, dessen Urgroßvater ebenfalls kurz nach der Jahrhundertwende begann, datiert den Beginn seines Fotostudios auf das Jahr 1906  |  NOEN, Hans Kopitz

„Jeder bekommt die Mitarbeiter, die er verdient und ich hab großes Glück mit meinen Mädels, denn wir sind ein Superteam“, so die Antwort von Chefin Claudia Schwankhart auf die Frage, wie sie mit ihren Angestellten zufrieden ist. Im kommenden Monat feiert ihr Salon in der vierten Familiengeneration sein 111-Jahr-Jubiläum.

Die erste Adresse für Frisuren

Drei Generationen lang war er als „Salon Schwankhart“ die erste Adresse für Frisuren, verändert hat sich in der vierten Generation zwar der Name, nicht aber die Freude an der kreativen Zusammenarbeit mit den Kunden.
Begonnen hat das Frisieren und Rasieren in Herzogenburg im Jahre 1890, wo im alten Rathaus am Rathausplatz ein Friseur sein Geschäft aufmachte.

1904 wird erstmals die Adresse Kremser Straße 4 genannt, wo Leopold und Karoline Sakreusek ihren Salon eröffneten. Sie bekamen bald Verstärkung durch ihre Nichte Mizzi Sakreusek, die die erste „fahrende Frisörin“ in NÖ war. Sie besuchte die Damen der Gesellschaft bis Traismauer und St. Pölten mit der Kutsche.

Die beliebte Damenfrisörin wurde unterstützt von ihrer Schwester Franziska Sakreusek. Zu dieser Zeit tauchte auch erstmals der Name Schwankhart auf, denn Johann Schwankhart begann dort als erster Gehilfe.

Bei Meisterprüfung die Gattin kennengelernt

Er und Franziska haben nicht nur beruflich miteinander zu tun - sie lernen sich lieben und so wurde schließlich 1932 Hochzeit gefeiert. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor: Grete und Heinz - und beide traten in die Fußstapfen ihrer Eltern. Während Grete im elterlichen Betrieb blieb, zog es es den jungen Heinz voller Tatendrang in die Ferne, genau genommen nach Deutschland. Dort war er bei diversen Frisören in Köln und Frankfurt tätig. Bei seiner Meisterprüfung in Wien lernte er seine zukünftige Frau Christina kennen. Sie heirateten, übernahmen 1967 den Betrieb und Tochter Claudia erblickte das Licht der Welt.

1972 erster großer Umbau

Zeitzeugen aus diesen ersten Jahren des „Salons Schwankhart“ sind noch heute in Verwendung. Die Stühle im Herrengeschäft und ein Kindersessel stammen tatsächlich aus dieser Zeit. 1972 fand dann erste große Umbau statt, aus dem damals noch populären „Kabinenfrisör“ wurde ein moderner Frisiersalon. Heinz Schwankhart führte den Salon sehr erfolgreich und passte das Frisörgeschäft laufend durch verschiedene Umbauten dem Trend der Zeit an. Der Tradition des Hauses folgend gibt es selten einen Wechsel der Mitarbeiter, rund 40 Jahre verbrachte beispielsweise Franz Koller im „Salon Schwankhart“.

1992 kehrte Tochter Claudia in den elterlichen Betrieb heim. Sie hatte die Jahre zuvor in renommierten Salons, etwa beim Coiffeur Schinko oder dem Biostethik-Salon Winkler in Tulln, verbracht.

Sieben Jahre später fand die endgültige Geschäftsumwandlung durch Claudia Schwankhart statt. Heinz und Christina gingen in den wohlverdienten Ruhestand. Am 1. Jänner 1999 wurde aus dem altbekannten „Salon Schwankhart“ der „Frisör Schau Hair“.

Glanz und Natürlichkeit voll im Trend

„Natürlich gab und gibt es auch in unserem Beruf immer wieder Veränderungen - und das ist genau das, was uns Spaß macht. Die Inspirationen und Neuheiten holen wir uns auf regelmäßigen Seminaren und Workshops. Voll im Trend liegen derzeit Glanz und Natürlichkeit genauso wie Farbspielereien und pfiffige Frisuren mit lässigen Flechtelementen“, erklärt die immer fröhliche Chefin, die bei edlen Steckfrisuren für den besonderen Anlass sehr gerne mit der Ossarner Visagistin Regina Track zusammenarbeitet.