Erstellt am 07. Juni 2016, 15:50

von Claudia Stöcklöcker

Indien-Geschäft war Flop. In der Psychiatrie lernten einander zwei Männer kennen. Als seriöser Geschäftsmann gab der eine sich aus, der andere vertraute ihm und investierte dann sein gesamtes Erspartes.

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Indische Seide, Buddha-Statuen und Silber - damit wollten ein Herzogenburger (33) und ein St. Pöltner (48) Geld machen. Der Traum vom Reichtum platzte aber bald, und der Herzogenburger war sein Erspartes los. Der St. Pöltner hatte seine 14.000 Euro eingesackt und sitzt nun wegen schweren Betrugs vor dem Richter.

In Psychiatrie große Pläne geschmiedet

In der Psychiatrie lernten die Männer einander kennen und schmiedeten große Pläne. Dabei täuschte der St. Pöltner den erfolgreichen Geschäftsmann und Beziehungen nach Indien vor. Im Prozess bestreitet er das. „Das ist doch Schwachsinn. Ich bin psychisch krank, ich bin doch nicht selbstständig“, beteuert er vehement seine Unschuld.

Der Herzogenburger belastet ihn. „Ich wollte ja selber Geschäfte machen und er hat erzählt, dass er Kontakt zu dem Inder Ranschid habe. Den kenne er von einer Indienreise und der könne uns weiterhelfen. Quid pro quo hat er gesagt und mir versichert, dass ich alles dreifach zurückbekäme.“

Und so investierte der 33-Jährige. Bares für die Abholung eines Containers in Rotterdam machte er genauso locker wie für die vermeintliche Ware im Hafen in Krems und die Rechnung für den Zoll.

„Quid pro quo hat er gesagt und versichert, dass ich alles dreifach zurückbekäme!“ Betrugsopfer beim Prozess in St. Pölten.

Schluss war damit aber nicht: Die Gemälde junger Künstler aus Indien sollten so richtig Geld bringen. „Er hat mir erklärt, dass er einen Galeristen in St. Pölten kenne, der locker 100 Bilder abnehme“, so der 33-Jährige weiters. Ein Zeuge bestätigt, bei Gesprächen dabei gewesen zu sein. Auch das bestreitet der Angeklagte und meint: „Den kenne ich ja gar nicht und ich bin nicht einer, der mit Fremden redet.“

Mit der Zeit ahnte der 33-Jährige Übles und ging auf Nummer sicher: Er zeichnete Gespräche mit dem St. Pöltner auf Tonband auf. „Eines davon dauert zwölf Minuten, da fragen Sie nach Geld. Wie erklären Sie sich das?“, will der Richter von dem Angeklagten wissen. „Ich streit’ ja nix ab“, meint der nun. Und sagt: „I merk‘ mir halt derzeit nix und find’s echt gemein, was da jetzt mit mir gemacht wird.“

Für den St. Pöltner setzt es neun Monate auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig.