Inzersdorf-Getzersdorf

Erstellt am 31. August 2016, 04:00

von Lisa Röhrer

Feuerwehr: "Die Gemeinschaft zählt!“. Josef Engelhart blickt auf sechs bewegte Jahrzehnte aktive Mitgliedschaft zurück. Der Ankauf des ersten Autos war ein Höhepunkt.

 |  Röhrer

Brände, Fahrzeugbergungen, Feste, Leistungsbewerbe – es gibt nichts, das Josef Engelhart aus Inzersdorf in seiner langjährigen Feuerwehr-Laufbahn nicht erlebt hat. Bei den Abschnittsbewerben in Hain-Zagging ist der heute 84-Jährige für 60 Jahre aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet worden. Im NÖN-Gespräch verrät er, was ihn an der Feuerwehr fasziniert und was sich im Laufe der Zeit verändert hat.

Mit etwa 25 Jahren ist Engelhart der Freiwilligen Feuerwehr Inzersdorf beigetreten. Von Anfang an hat der Landwirt dort eine zentrale Rolle gespielt: „Wir waren die einzige Familie in Inzersdorf, die einen stärkeren Traktor hatte. Der war beim Einsatz notwendig, um den Mannschaftswagen zu ziehen“, erläutert Engelhart. Bei jeder Alarmierung ist der Landwirt daher ausgerückt.

Wenige Jahre später kam dann die große Erleichterung: Im Jahr 1970 wurde das erste selbstfahrende Löschfahrzeug seiner Bestimmung übergeben. „Von da an sind natürlich viele Dinge einfacher geworden“, erzählt Engelhart. „Wir haben dann vermehrt der Jugend bei Einsätzen den Vortritt gelassen. Immerhin waren wir immer eine starke Wehr mit vielen Mitgliedern!“ Ein Einsatz ist dem langjährigen Mitglied trotzdem bis heute in Erinnerung geblieben: „Damals hat eine Scheune - wahrscheinlich durch eine Zigarette - zu brennen begonnen.“

Engelhart musste selbst einmal die Wehr rufen

Auch am eigenen Leib hat der Landwirt einmal erfahren müssen, wie es ist, auf die Hilfe Ehrenamtlicher angewiesen zu sein. „Es war ein Trockengewitter in der Erntezeit. Der Blitz hat eingeschlagen und ein Teil unseres Hofes zu brennen begonnen“, erinnert er sich: „Zum Glück waren meine Kameraden gleich zur Stelle!“

Die Kameraden sind im Übrigen genau das, was Engelhart an der Wehr so schätzt: „Die Gemeinschaft ist das Schönste!“ Aber auch bei Wettbewerben war der Vorzeige-Silberhelm aktiv. „Wir haben trainiert und an verschiedenen Bewerben teilgenommen. Inzersdorf ist schon damals in der vordersten Reihe gestanden“, grinst der rüstige 84-Jährige.

Viel beschäftigt war der Inzersdorfer in all den Jahren auf jeden Fall. Neben der Wehr war er auch in der Kommunalpolitik - als Gemeinderat - aktiv. Bereut hat Engelhart sein Engagement aber nie: „Es geht viel Zeit drauf, aber man macht’s ja gern!“