Inzersdorf-Getzersdorf

Erstellt am 06. Juli 2017, 05:30

von Lisa Röhrer

Spange erhält neue Chance. Erhöhtes Verkehrsaufkommen und Lärm sorgen seit über einem Jahrzehnt für Ärger. Jetzt ist die Hoffnung auf Abhilfe neu entfacht. Der Gemeinderat stellte die Weichen.

Bauarbeiten - Symbolfoto  |  NOEN, Erwin Wodicka

Ein seit Jahren herbeigesehntes Projekt könnte doch noch Realität werden: Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung kam die Sprache erneut auf die Errichtung einer Umfahrungsstraße, die den Schwerverkehr aus dem Gemeindegebiet von Inzersdorf-Getzersdorf leiten soll.

„Verkehr und Lärm sorgen für Probleme. Die Bürger jammern – verständlicherweise – seit zehn Jahren. Die Notwendigkeit ist dringend gegeben“, weiß VP-Bürgermeister Ewald Gorth.

„Unsere Straßen sind nicht dafür gemacht, dass alle paar Minuten ein Lkw durchfährt. Es gibt schon Schäden an mehreren Gebäuden.“

Bügermeister Ewald Gorth

Dieser subjektive Eindruck wurde auch von offizieller Seite bestätigt: Ein Gutachten habe ergeben, dass das Verkehrsaufkommen zu hoch für die kleine Gemeinde sei. Das gehe so weit, dass bereits Schäden an einzelnen Gebäuden entstanden sind. „Unsere Straßen sind nicht dafür gemacht, dass alle paar Minuten ein Lkw durchfährt“, meint Gorth. Ein entsprechendes Verbot für Lastkraftwagen im Ortsgebiet sei aber nur durch die Errichtung einer Umfahrungsstraße möglich. Der Gemeinderat hat daher für die Einleitung eines entsprechenden Straßenbauprojekts die Weichen gestellt. „Das war der erste Schritt, sozusagen der Startschuss. Jetzt können wir konkrete Gespräche mit dem Land beginnen“, informiert der Ortschef. Zunächst sollen die genaue Trassenführung der Umfahrungsstraße fixiert und anschließend Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden.

Daran ist das Projekt beim ersten Versuch vor über zehn Jahren gescheitert. Damals gab es bereits konkrete Pläne für eine Verbindungsstraße, alles war abgesegnet. Nur wenige Anrainer weigerten sich, den benötigten Grund abzutreten. Das Projekt musste daher auf Eis gelegt werden.

Jetzt soll es einen neuen Versuch geben. Die Mandatare sind zuversichtlich. Gedulden müssen sich die Einwohner trotzdem noch: „Die Realisierung der Umfahrung wird wahrscheinlich gar nicht mehr in diese Gemeinderatsperiode fallen“, stellte der Bürgermeister fest. Sie werde voraussichtlich 2020 oder 2021 erfolgen.

1,1 Millionen Euro sind vorgesehen

Dadurch bleibt der Gemeinde aber genügend Zeit, Rücklagen zu bilden. Immerhin wird sie für das Projekt rund 1,1 Millionen Euro berappen müssen. 

Sobald die Trassenführung ausgearbeitet wurde und konkrete Pläne vorliegen – voraussichtlich im Herbst – soll ein Informationsabend für alle Bürger veranstaltet werden.