Erstellt am 07. Juni 2016, 05:50

von Alex Erber

Jetzt ist Wien am Zug. Die Stadt hat keinen Abnehmer gefunden. Jetzt muss sich der Krankenanstalten-Verbund um einen Käufer bemühen.

Um 7,6 Millionen Euro wird die Stadt Herzogenburg das Geriatriezentrum kaufen, um es bis Ende 2015 an einen Interessenten wieder zu veräußern  |  NOEN, Hans Kopitz

Das gut gemeinte Vorhaben der Stadtverantwortlichen, für das ehemalige Geriatriezentrum in St. Andrä selbst einen Abnehmer zu finden, ist vorerst gescheitert. Ende Mai ist die Frist verstrichen, die man mit dem Besitzer des Areals, dem Wiener Krankenanstalten-Verbund (KAV) vereinbart hatte.

Die Stadt hat jetzt von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch gemacht. Wie SP-Vizebürgermeister Christoph Artner und Stadtamtsdirektor Kurt Schirmer im NÖN-Gespräch mitteilen, dürfte der KAV das Areal nun selbst zur Ausschreibung bringen.

Keine Pflegebetten, keine sonstige Nutzung des Gebäudes

Wie berichtet, hat es für das Areal, das rund 7,6 Millionen Euro kostet, einige potenzielle Interessenten gegeben. Es existiert jedoch ein Knackpunkt, der entscheidend und offenbar nicht leicht zu bewältigen ist: Sämtliche Pläne, seien sie nun auf Rehabilitation oder den palliativmedizinischen Bereich ausgerichtet, sind mit Pflegebetten gekoppelt, da sich der Betrieb ansonsten nicht rechnen würde. Doch das Land NÖ befindet das Angebot an solchen Pflegebetten als ausreichend. Vorherrschendes Fazit: Keine Pflegebetten, keine sonstige Nutzung des Gebäudes.

Die Stadt möchte die Flinte dennoch nicht ins Korn werfen und wird weiterhin versuchen, einen potenziellen Käufer zu finden. „Vize“ Christoph Artner gibt sich weiterhin vorsichtig optimistisch: „Wir haben von Beginn an gewusst, dass es zeitlich langwierig werden könnte. Möglicherweise finden sich im Sommer oder Herbst gleich drei mögliche Abnehmer.“

Er weiß aber auch: „Über über das Knie brechen kann man in dieser Angelegenheit sicher nichts.“